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Drittes Kapitel.
Platz sei es des Herzogthnms Mailand sei es des genuesischenGebietes angreife: denn auch auf diese von den Spaniern voll-ständig abhängige Republik waren die Absichten Heinrichs gerichtet,damit den Spaniern die Möglichkeit, auf dem Seewege dem Mai-ländischen Verstärkung zuzuführen, abgeschnitten werde. Habe derHerzog dergestalt bewiesen, daß er offen mit den Spaniern zubrechen gedenke, so solle ihm die französische Hülfe nicht fehlen,über deren Umfang der Herzog nur sogleich mit Frankreich inUnterhandlung treten möge. Mit dieser freudigen Botschaft sandteJacob sofort den ihm als Gehülfen beigegebenen PräsidentenTrollionz an den Herzog zurück. (Auf. Februar). ')
Karl Emanuel war entzückt über den plötzlichen Sinneswechsel,der sich so unverhofft in den Absichten der französische» Regierungvollzogen hatte. So war denn endlich erreicht, was er seit sechsJahren ersehnt, dessen Erfüllung er acht Monate früher so nahegeglaubt, und an dem er endlich ganz verzweifelt hatte: der Krieggegen das herrische und undankbare .Spanien an der Seite Frank-reich's, mit Aussicht auf so bedeutenden Ländergewinn, daß damiteine neue Epoche des Glanzes für Savohen beginnen mußte.Karl Emanuel schrieb deshalb auch sofort im Tone des Jubelsund lebhaften Dankes, unter Versicherung seiner treuesten Ergeben-heit nach Paris. Aber über diese verlockenden Aussichten vergaßer durchaus nicht der ruhigen Abwägung, indem er dabei dietreulose Kälte des Herzens vollkommen bewahrte. Zwei Gesichts-punkte behielt Karl Emanuel im Auge: einmal sich einstweilendie Freiheit des Handels zu erhalten, weil vielleicht doch Verrnain Spanien noch größere Zugeständnisse erwirken könne; dannzweitens in Paris, wo man offenbar jetzt großes Gewicht auf daSsavoyische Bündniß legte, womöglich die Zusichernng einiger derl 601 abgetretenen savoyischen Landschaften durchzusetzen. Beidesveranlaßte den Herzog, langsam vorzugehen, Zeit zu gewinnen.
0 Deop. Foscarini's v. 24. Fcbr. n 308 s. — Vgl. Sin II. 18.