Band 
Dritter Theil.
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tische, eine den Spaniern oder eine den Niederländern befreundeteGewalt sich hier am untern Rheine, an der verwundbarsten§ Grenze der Niederlande festsetzte.

So nahm Heinrich IV. frühzeitig Stellung zu der sülichcrAngelegenheit. Sein Wunsch mußte es selbstverständlich sein, daßprotestantische, den Niederländern geneigte Fürsten die so wichtigePosition inne bekämen, die somit zu einer Stärkung seines eigenenpolitischen Systemes geworden wäre; unter keiner Bedingung durfteer dulden, daß hier die Habsburger sich einnisteten und von daaus die Republik der Vereinigten Provinzen auf das ernstlichstebedrohten. Der König ließ es an eifrigen Bemühungen nichtfehlen, um die Korrespondirenden zu konsequenten und festen Be-schlüssen in der jülicher Angelegenheit zu bewegen. Schon imJähre 1599 warnt sein Gesandter Bongars die Kurpfälzer: dieSpanier hätten die Absicht, die jülicher Lande für den ErzherzogAlbert einzunehmen; schnelle Einigung, Unterstützung der Holländer4 sei dringend nothwendig.')

Vergebens, die Korrespondirenden waren einstweilen völligunthätig; nur der Kurprinz von Brandenburg, Johann Sigis-mund, betrieb eifrig den Plan, Kurpsalz und die General-staaten zu einer Garantie seiner Anrechte zu bewegen. Dafürtrat ein Zwischenfall ein, welcher dem Könige durchaus nichtgenehm war. Sein eigener Unterthan, Herzog Karl Gonzaga

von Nevers, der als Nachkomme einer jüngeren Linie des kleveschcnHauses Ansprüche auf Kleve, Mark und Ravenstein erhob, begannim Jahre 1604, dieselben ernstlich zu betreiben. Indem er imFrühling dieses Jahres nach Spa in's Bad ging, war seineeigentliche Absicht, den Herzog und die Herzogin von Jülich-Kleve^ . zu besuchen, natürlich um sie für die Begünstigung seiner angeb-

lichen Rechte zu gewinnen, wozu der König nur widerwillig undzögernd die Zustimmung sich hatte entreißen lassen. In der That

l) Br. u. A. I. 107.