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Viertes Kapitel.
hatten Spanien und Erzherzog Albert v. Flandern ganz andere Ab-sichten. Am liebsten hätten sie weder den Neuburger noch denBrandenburger folgen sehen, sondern das Haupt des GesammthausesOesterreich, den Kaiser. Schon in den ersten Jahren des Säkulumssprach man in Madrid und Brüssel davon, nach dem Tode JohannWilhelm's die jülich-kleve'schen Lande als eröffnetes Mannlehen fürden Kaiser einzuziehen. Bon dort aus versuchte man auch in denFriedensverhandlungen mit Generalstaaten in den Jahren 1607 bis1609 diese zu verpflichten, daß sie sich keinesfalls in die jülicherHandel mischen würden. Dadurch wäre natürlich die Unterdrückungder protestantischen Prätendenten sehr erleichtert worden. Allein dieHochmögenden lehnten es ab, sich in dieser Frage zu binden.')
Kurpfalz inzwischen ermüdete nicht in seiner rastlosen Geschäf-tigkeit, die Interessen des eng verbündeten Hauses Brandenburg,mit welchem auch eine Familienbildung verabredet war, zu fördern.Nach dem Frieden zwischen Bouillon und dem französischen Königeknüpfte es auch wieder mit diesem Berhandlungen an. Bei seinerGesandtschaft im pfälzischen Auftrage nach Paris im Sommer 1606mußte Fürst Christian von Anhalt von Heinrich IV. eine genau fest-zusetzende Beihülfe für die Nachfolge Brandenburg's in Jülich, ja diesofortige Hinterlegung einer Geldsumme in Deutschland selbst füreintretenden Nothfall verlangen. Kurpfalz traute also dem Königedie Naivität zu, sich den pfälzischen Planen unbedingt anzuschließenund ihnen seine Mittel zur Verfügung zu stellen. Es beweist diesnur wiederum, wie gering die Personen- und Sachkenntnis; beiden damaligen deutschen Diplomaten war. Heinrich IV. war jakeineswegs der Mann, auf diese Weise seine Selbststäudigkeit undden Vortheil seines Reiches aufzugeben. Es lag ihm durchausnichts daran, daß gerade Kurbrandenburg und Kurpsalz ihre Ab-sichten durchsetzten, vielmehr nur, daß Jülich-Kleve in protestantische
') Briefe n. A. I. 435. — Dep. Jearmin u. Russy'ö v. 13. Juni 1608;XIV. 59.