Band 
Dritter Theil.
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Der jülrcher Erbfolgestreit.

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fahren Brandenburg's und Neubnrg's noch minder ehrenvoll, die,angeblich eng Verbündete, sich durch einen Agenten Heinrich's,Badouere, mit wechselweise» Verdächtigungen um die Gunst desKönigs bewarben, welchem sie sich gänzlich zu ergeben versprachen;Brandenburg verhieß sogar auf die Wahl des Dauphin zumrömischen Könige hinzuwirken, ohne daß Heinrich ein solches An-erbieten irgend provozirt hätte, st

Von allen Seiten kamen Gesandte bei dem französischen Königean, Frankreich trat hier wahrhaft in den Mittelpunkt der europäischenPolitik. „In den Händen deS Königs von Frankreich liegt Friedenund Krieg", äußerte sich um jene Zeit der Kardinalnepot Borghesein einem offiziellen Aktenstücke, st Das entschiedene AuftretenHeinrich's IV. erregte allgemeines Aufsehen in Europa. Daßderselbe sich so offen an die Spitze der Protestanten stellte undmit ihnen gegen die Interessen des Katholizismus und gegen dievon dein Papste begünstigte Sache aufzutreten wagte, brachte die,wie wir gesehen haben, nicht unbegründete Meinung hervor, erverbinde weit umfassende Absichten mit dieser Angelegenheit. Mansprach wieder einmal davon, daß er sich von den Kurfürsten —nicht nur von den protestantischen, sondern auch, durch Vermittelungdes angeblich im Geheimen gewonnenen Papstes, den geistlichen—zumrömischen Könige wählen lassen wolle, st Nur um so angelegent-licher suchten die verschiedenen Mächte die Gunst dieses gefährlichenund starken Monarchen zu gewinnen. Der jüngere Bruder desHerzogs von Neuburg weilte schon seit Mitte Juli in Paris. Imnächsten Monat langten dort Christian von Bellin und der Bnrg-gräf Christoph von Dohna als kurbrandenburgische Gesandte an,beauftragt, bei dem französischen Könige das Recht ihres Herrn

>) Dep. Badouere's v. 19. Aug; Br. u. A. II., 344 tl.st I^iumee, zur Kirchcngeschichte des 16. u. 17. Jahrhunderts (Frcib. i. Br.1863), S. 76.

st Zeamüu a» Villeroy 21. Juni; XV, 493. — Winwood au Salisbury,2. Nov.; rviuv. Nem. III, 83.

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