Der jirlicher Erbfolgestreit.
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organisiren wollte. Sein Nepot Borghese ließ durch den Munddes Nuntius in Paris den König erfahren, wie ungünstig derPapst sein Verfahren aufnehme, das er als eine Schädigung derReligion und der Gerechtigkeit zugleich betrachte. Zur Begleichungder Schwierigkeiten wußte freilich der Kardinalnepot auch nichtsBesseres vorzuschlagen, als das abgenutzte Auskunftsmittel derspanisch-französischen Vermählungen. Das aber wies Heinrich durchHerrn von Brevcs entschieden zurück; zu oft schon hätten dieSpanier ihn damit zu ködern versucht, um dann, wenn sie seinerHülfe nicht mehr bedürften, plötzlich abzubrechen.')
Ohne sich von diesen Schwierigkeiten abschrecken zu lassen,waren die päpstlichen Nuntien überall in Thätigkeit, um den drohendenBruch zwischen den beiden katholischen Großmächten zu verhüten.„Der Nuntius läßt Niemanden in Ruhe wegen der kleveschenAngelegenheit", klagte am 12. September der savvyische Gesandtein Paris. Indeß allmählich machte sich ein gewisser Umschwungin der Richtung und dem Tone der päpstlichen Bemühungengeltend. Der Erzherzog Albert wurde dringend angegangen, demPapste ein besseres Mittel als die Vermählungen zur Erhaltungdes Friedens vorzuschlagen. Die Spanier wurden von ihm er-mähnt, sich sorgfältig vor bewaffneter Einmischung in die jülicherAngelegenheit zu hüten, da dann der Krieg unzweifelhaft aus-brcchen würde. So begann Paul V., je nachdrücklicher und heraus-fordernder Frankreich auftrat, mehr und mehr seine Friedens-mahuungen an Spanien zu richten und sich in vorsichtige Neutralitätzurückzuziehen. Indem die Aussichten sich für die österreichischePartei zu verdunkeln anfingen, nahm der Papst sein früheres An-gebot einer Gelduntcrstützung für dieselbe zurück (Auf. Okt.).^)
>) Ll8. Dep. Ortcmberg's v. 22. Aug. (Brüssel). — Instruktion Borghesc'san den Nuntius in Paris; Lämmer a. a. O., S- 76 t. — Dep. Brevcs' v.II. Sept.; Br. u. A. II. 576 I.
2) KI8. Dep. Ortemberg's v. 26. Sept. 3. Okt. (Brüssel). — Dep. Breves'v. 28. Okt., 29. Nov.; Br.' n.A. II, 592. 595 tl'.