Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

und ferner nebst den Fürsten der katholischen kUga Doutschland'sein Bündnis; mit Frankreich zur Vertheidigung der Nachfolge desDauphin — dessen Legitimität ja vielfach angezweifelt wurde —schließen. So wenig nun Heinrich IV. gewillt war, sich von denunbestimmten Versprechungen eines Monarchen ködern zu lassen,der von seinen eigenen Verwandten und Verbündeten herzlich ver-achtet wurde, und den er selbst wegen seiner „Destillationen undQuintessenzen" zu verspotten pflegte: si hielt er es doch für um sonöthiger, des Scheines halber höflich gegen den Kaiser aufzutreten,als formell dessen Standpunkt ein völlig berechtigter war. DerKönig und sein Staatssekretär Villeroy versicherten dem Grafen,daß Frankreich Brandenburg und Neuburg im Stiche lassen werde,wenn er die Ungerechtigkeit ihrer Ansprüche darlegen könne. Hohen-zollern hatte eine so geringe Einsicht in die Lage der Dinge, daßer sich von dergleichen nichtssagenden Vertröstungen völlig zufriedenstellen ließ. Mit allem Eifer begab er sich an die Arbeit undüberreichte Villeroy ein ausführliches aus 50 Artikeln bestehendesMemorandum, in welchem das Unrecht der Possidirenden und dieunbestreitbare Gerechtigkeit des kaiserlichen Verfahrens dargethanwurde. 2) Als ob es sich bei dieser Angelegenheit um einen gericht-lichen Prozeß und nicht um politische Erwägungen von allgemeinemeuropäischen Interesse gehandelt hätte! Heinrich behielt die Mienebei, diese staatsrechtliche Komödie ernst zu nehmen. Nachdem er

0 Vgl. IU8. Instruktion an Cardenas, d. d. Sän Lorcnzo. 3. Nov. l Paris,N.-A. L. 1452); sowie Dep. Cardenas' v. 27. Jan. 1610; Br. u. A. III. 27.

'y Man findet eine Kopie dieser Denkschrift als Anhang in der Kitt. Dep.Pecquins' v. 8 Okt. (Wien, H. H. u. St.-A. N. L. 1!)1). — Sonstigesiiber Hohenzollern's Sendung in den Kl8. Dep. Pecquins' v. 19. Sept.8. 24. Okt.; in der Dep. Nbaldini's v. 28. Sept. und Cardenas' v 30. Sept.<Br. II. A. II. 428 st. 430); und in der Dep. Hohenzollern's v. 2. Nov. (ebcndas.539). Die Berichte des Pecquins sind bei seiner genauen Verbindung mit demkaiserlichen Botschafter sehr zuverlässig und werden z. Th. durch die DepeschenCardenas' und Nbaldini's bestätigt. Acrssen ist in dieser Angelegenheit, wasim Grunde natürlich, weniger gut unterrichtet (Br. u. A. II. 444 st.). — Dieerste Audienz hatte Hohenzollern am 13. September; N'bistyile s. U.