Der jülicher Erbfolgestreit.
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Heinrich die Possidirenden auf, es nun endlich mit langen Be-rathungen und gütlichen Mitteln genug sein zu lassen und mitGewalt gegen den Erzherzog Leopold in Zülich vorzugehen; dannwürde ihnen die französische Hülfe nicht fehlen. Sehr unzufriedenwar der König, daß die gemeinschaftliche Gesandtschaft der possi-direnden Fürsten, die am I I. September anlangte, nur eine Anleihevon 400,000 Thalern in Anspruch nahm und damit das äußersteMißtrauen ihrer Fürsten gegen Frankreich sehr deutlich erwies.Dadurch erkaltete der Eifer des französischen Monarchen für dieSache derselben mehr und mehr. Nichts konnte ihm unbequemersein, als daß noch in der Mitte des Oktober die Possidirendennur eine Geldhülfe, sonst ein kleines Truppenkorps, dessen Führersie sogar selbst zu wählen hätten, forderten. Darauf wollte erunter keiner Bedingung eingehen, denn nicht die Sache seinerdeutschen Verbündeten, sondern Frankreich's Großmachtstellung zufördern war seine Absicht, und dazu war sein eigenes Erscheinenauf dem Kriegsschauplatze an der Spitze einer großen Armee un-bedingt erforderlich. So reisten die Gesandten völlig unbefriedigtab, da der König ihnen eine sehr kühle, fast abweisende Antwortgegeben hatte. Er hatte ihnen unter anderm — in Ueberein-stimmung mit seinem Versprechen an Hohenzollern -— gerathen,sich vorerst nicht allein auf der Defensive zu halten, sondern auchdie Wege für die Verproviantirung des Erzherzogs Leopold inJulich offen zu lassen. So vollständig war einstweilen sein Kriegs-eifer erkaltet! Natürlich war es nicht seine Absicht, daß diePossidirenden und Unirten überhaupt sich nun völlig entmuthigtdem Kaiser unterwerfen sollten, sondern nur, sie seinen eigenenPlänen gefügiger zu machen. Uni beide Zwecke zu fördern, sandteer im November Bongars, den alten Freund und Vertrauten derdeutschen Protestanten, an dieselben ab. Er sollte ihnen, besondersdem Kurfürsten v. Brandenburg, versichern, daß ihnen des KönigsHülfe nicht fehlen würde, aber zuvor müßten sie sich einigen, einestarke Partei bilden, einen Kriegsplan aufstellen und dann mit