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Viertes Kapitel.
starken Heeres in Aussicht stellten. Er wollte dann mit einermächtigen Armee in Deutschland auftreten und mit derselben, wennnicht Ländererwerb davontragen, so doch den bleibenden EinflußFrankreich's daselbst mit möglichster Verdrängung des Habsburgischenbegründen. Beides scheuten die deutschen Fürsten im höchstenGrade, und deshalb wünschten sie von dem französischen Monarchennur mit Geld, aber nicht mit Truppen, unterstützt zu werden.Der Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg verlangtevon Frankreich stets und wiederholt nur eine Geldhülfe und auSoldaten höchstens 1000 Reiter; durchaus aber wollte er nichtsvon einer persönlichen Anwesenheit des Königs auf dem Kriegs-schauplatze wissen. Diese Verschiedenheit des Gesichtspunktes drohtedie ganze französisch-unionistische Allianz aus einander zu sprengen.Der König war auf das äußerste entrüstet über das Mißtrauen,welches man ihm zeigte, die Schwierigkeiten, die man seinen Plänenentgegenstellte, die Unterlassung eines jeden ernstlichen Verständi-gungsversuches von Seiten der Unirten und Possidirendeu. si DerKönig hatte gemeint, man müsse schnell und kräftigst handeln, eheSpanien Zeit finde, sich in die jülicher Sache zu mischen, dennbis dahin lägen die Dinge sehr günstig; jetzt aber ging Wocheaus Woche ohne Entscheidung hin. Was half es, daß von Kur-pfalz drei Botschafter in Paris waren — Hippolyt von Cvlli unddie Grafen von Solms und Dohna — daß von Brandenburgnach einander zwei Gesandtschaften anlangten: da sie keinerleibefriedigende Mittheilungen zu machen hatten. Gereizt forderte
0 Uebcreinstiunnende Berichte in den E. Dep. Eardenas' v. I. u. 30. Sept.(diese Theile sind in den Br. n A. nicht abgedruckt), in den Dep. Aerssen'sv. 2. u. 6. Sept. (Br. u. A. II, 363), u. in der Dep. Ubaldinbö v. 16. Sept.(das. 381). — Es war besonders das Beispiel von Metz, welches die deutschenFürsten schreckte; Aerssen an Duplessis-Mornay, 18. u. 2l. Oct. 1609, an-gesührt bei Itlotley, Inie LncI ckeatli »s Larnevel-I (London 1871), I. 89. Ichwill bei dieser Gelegenheit zugleich erwähnen, daß ich Motlcy's bekannte Dar-stellung, die sich ausschließlich auf so nicht allein einseitige, sondern auch un-zuverlässige Gewährsmänner, wie Aerssen u. Sully stützt, nur sehr wenig be-nutzen tonnte.