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Viertes Kapitel.
Paris abreisen. Da nun die Vortheilhafte Vermählung des Prinzenv. Piemont die wichtigste Sache ist, Ihr aber die Verheirathungin Spanien nicht klar habt ausmachen können; auch die den PrinzenPhilibert und Moritz versprochenen Beförderungen und selbst dieUnternehmungen auf die Levante nur zeitweilige Vortheile ent-halten, die lediglich den Haß der Nachbarn gegen uns vermehrenwerden, ohne daß Spanien dauernd den Schuh und die ErhöhungSavoycn's übernehmen will; und da endlich Spanien dem letztemdie ihm rechtmäßig gebührenden Besitzungen Monaco und Finalenicht znrückgiebt — so kann der Katholische König es uns nichtverargen, wenn wir unsern Vortheil auf einem andern Wegesuchen, „ohne deshalb die Liebe und Ehrfurcht für den KatholischenKönig außer Augen zu setzen." Diese letztere Phrase war selbst-verständlich nicht minder heuchlerisch, als wenn Karl Emanuelhinzufügte: er habe Trollionz nur nach Frankreich geschickt, umdort die Ungeduld zu beruhigen und auf die nahe Ankunft Nemours'mit den endgültigen Entscheidungen zu vertrösten, wolle aber zuvordurch den Grafen Onate, den spanischen Gesandten in Turin,noch einen Versuch machen, ob nicht doch die älteste Znfantin --denn mit der zweiten könne er sich nicht begnügen — dem Prinzenv. Piemont wenigstens in Aussicht werde gestellt werden. In derWirklichkeit war ja mit der Uebersendung der Vollmacht durchTrollionz die Entscheidung getroffen, und konnte also der ange-kündigte Versuch deS Grafen Onate, dessen Erfolglosigkeit derHerzog sicher voraussah, nur die Täuschung der spanischen Regierungund die Milderung ihres zweifellosen Grimmes gegen den Savoherbeabsichtigen. Verrna brach nun endlich seinen nutzlosen Auf-enthalt am spanischen Hofe ab und kehrte nach Turin zurück, freilichvöllig für Spanien gewonnen.
Der Herzog aber wollte aus Verrna's Sendung doch wenigstenseinen, mittelbaren Nutzen ziehen, und ebenso geringes Bedenken,wie eine Täuschung Spanicn's, verursachte ihm die keckste Lügegegen Frankreich. Während nur die Furcht, den Groll des fran-