Band 
Dritter Theil.
Seite
378
JPEG-Download
 

378

Viertes Kapitel.

Anfang Juli wieder nach Paris gekommen war: sie beharrten dochdarauf, lieber alle Unterhandlungen mit dein Herzoge abzubrechen,als dessen Bündniß von vorn herein mit Opfern zu erkaufen.Das sprachen sie, gewissermaßen um sich selbst desto fester zu binden,auch dem venetianischen Gesandten gegenüber aus. Veit diesenEntschlüssen kehrte Trollionz am ersten August zum dritten Malenach Turin zurück.

Der König hatte um so weniger Veranlassung, anf die in betteln-dem Tone immer wiederholten Wünsche Karl Emanuel's ein-zugehen, als sich derselbe auch ohnedies durchaus für den Bundcs-krieg an der Seite Frankreichs eingenommen zeigte. Schon seitdem Ende des Juni veranstaltete er Trnppenanshebungen, unterdem Verwände, daß die französischen Rüstungen wider ihn gerichtetseien, aber offenbar um mit denselben zu gemeinsamer Aktion gleichenSchritt zn halten. Der unermüdliche Geist des Herzogs ergingsich auch in unaufhörlichen Entwürfen für den nächstjährigen Fcldzug,die er durch Jacob dem Könige unterbreitete. Vor altem müssedieser anf der flandrischen Seite offen losschlagen, dann auchwenigstens ein Scheinnnternehmen gegen Spanien selbst beginnen,um dessen Streitkräfte zu theilen; die Venctianer müssen vonihrer Seite Cremona erobern, das sie mit seinem Gebiete und allemLande jenseits der Adda behalten können. Während sie von Osten,die Franco-Piemontescn von Westen angreifen, sollen im Nordendes Mailändischcn die Bündner mit möglichst großen Kräftendas Fort Fuentes belagern. Damit dieser wohlersonnene Feldzugs-plan — dessen Gelingen man übrigens durch eine BerennungGenua's, des Hafens der Spanier in Oberitalien, wesentlich er-leichtern würde — nicht gestört werde, müssen die mit Spanienverbündeten katholischen Schweizerkantone durch Versprechen einesAntheiles an der Beute wenigstens in Neutralität erhalten werden.Dringend rieth der Herzog einen schnellen Beginn des Kampfesan, da das Mailändische augenblicklich von Truppen entblößt sei.Als erste Angriffsobjekte schlug er, als Schlüssel Mailand's, Pavia,