Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kcipitel.

lichkeit. Besonders kränkte es den französischen Monarchen, daßdie toskanischen Gesandten an fremden Höfen, gegen den dnrchJahrhunderte geheiligten Brauch und gegen die durch die Ver-wandtschaft erforderten Rücksichten, zuerst den spanischen und dannerst den französischen Botschafter zu besuchen pflegten; in jenenZeiten einer alles beherrschenden Etikette ein deutliches Zeichen, wiespanisch gesinnt Cosimo II. war! — Die Herzoge von Parma,Urbino und Modeua standen in spanischem Solde, indem jedemvon ihnen 12,000 Goldthaler jährlich zugesichert waren. Daß manihnen diese Renten seit vielen Jahren schuldig geblieben war, fesseltesie nur um so fester an Spanien, welches das Recht hatte, dienicht unbeträchtlichen Milizen dieser kleinen Staaten in seinenSold zu nehmen. Genua war durch seine Geldinteressen unauf-löslich an seinen einträglichen Schuldner, den Katholischen König,gebunden, während die Republik Lueea nur durch spanischen Schutzihre Unabhängigkeit gegen die anneriouistischen Absichten Toskaua'szu behaupten im Stande war. 0

So vermochte Spanien dem franzvsisch-savoyischen Bündnisseeine immerhin nicht unbedeutende italienische Klientel entgegen-zusetzen. Ueberdies war auch militärisch die madrider Regierungden französischen Drohungen und Rüstungen gegenüber nicht un-thätig geblieben. Der mangelhaften Kühnheit und Entschlossenheitdes Erzherzogs Albert war sie durch kräftige Weisungen zur Hülfegekommen. Der König befahl demselben (Mitte September), dieEntlassung des belgischen Heeres so lange vollkommen einzustellen,bis der kaiserliche Reichshofrath sich über den rechtmäßigen Besitzerder jülicher Erbschaft ausgesprochen und dieser sie auch wirklich an-getreten habe. Uebrigens hatte der Erzherzog schon vorher auseigenem Entschluß mit der Auflösung seiner Armee innegehalten,

Kelarione 6i Oirolamo 8orLn?o (1608—10111; llar. e HerM. I., 1.481 sf. — Dep. Roberto Lio's (venetian. Gesandten in Florenz) vom 0. Mai1609, 18. Febr. 1610; ülnüneiu, 8toriÄ aroana «.l'ItLlia, III. 398 s.