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Viertes Kapitel.
Savoycn, entschädigt werden. Um diesen Entschluß des Königsnach Turin zn überbringen und zugleich die Unterhandlungen weiterzu führen, ward der Staatsrath v. Bullion, der nach kurzem Zwistemit dem Herzoge dessen Vertrauen vollständig gewonnen hatte, wie-der au denselben geschickt (Nov. 1609').
Daß wirklich diese Zögernngen aus einem Mißtrauen Hein-rich's IV. in seine eigenen Kräfte hervorgingen, ersieht man ausdem Umstände, daß er sich in derselben Zeit auf die Erneuerungder spanisch-französischen Hcirathspläne durch den Nuntius iu Pariseinließ.
Im Ganzen war ja der jülicher Streit in eine für das HansOesterreich sehr ungünstige Zeit gefallen, da dasselbe durch den Zwistzwischen Kaiser Rudolf II. und seinem Bruder Matthias gespalten,uneinig, in Deutschland wenigstens in seiner Machtcntfaltung sehrbehindert war. Deshalb hatten die Spanier, ohne sich furchtsamund nachgiebig zu zeigen, doch versucht, ob man nicht durch Wieder-anknüpfung des alten spanisch-französischen Hcirathsplancs denfranzösischen Herrscher zn einem versöhnlichen Verhalten in derjülicher Angelegenheit bewegen könne. Da Eardenas zunächst ge-glaubt hatte, bei den französischen Staatslenkern einige Neigungfür dieses Projekt zu finden, so wurde ihm von Madrid zwar Vor-sicht und Zurückhaltung angerathen nach den Erfahrungen, die manmit der Sendung Don Pedro's gemacht, aber immerhin gestattet,auf die Sache einzugehen, und dieselbe nach seinem Ermessen zufördern. Dies war um so bezeichnender, als noch kurz vor demEintreffen der Nachricht von der Eröffnung der jülicher Erbschaftder spanische Staatsrath eine mittelbare Wiedcranknüpfnng derHeirathsverhandlnngen von französischer Seite her mit dem schroffen:„Hierauf ist nichts zu erwidern", zurückgewiesen hatte. Besonders
') 108. Dcp- Cardcnao' v. 3. 12. Nov. — Dop. Foocarini'v v. I. Nov.,l>- 320 s. — k>18. Top. ttbaldini'ü v. 22. Nov. — Instruktion an Bullionv. 27. Okt.; Br. n. A. II. 587 N. <Anstatt 100.000 pivrcs muß es heißen300,000, wie die Kopie Dupun hat.)