Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

Reich verlangte, Spanien aber hierauf nur eingehen wellte, wennFrankreich auch die Hvlländcr zum Anschlüsse an jenes Reichnöthigte — schlug der Nuntius vor, dadurch zu beseitigen, daß derfranzösische König einen an Belgien grenzenden Theil der jülicherErbschaft den Prätendenten abkaufe und seiner Tochter als Mit-gift übertrage; damit würden die Spanier sich zufrieden geben.Dieser ingeniöse Gedanke des unermüdlichen Ubaldini schien in derThat dem französischen Minister Wohl der Ueberlegnng werth. Auchder französische Gesandte in Madrid, Vaneelas, wurde beauftragt,wenn man ihm dort von den Zwischenheirathen rede, die volle Ge-neigtheit seines Königs zur Herstellung und Befestigung einer voll-kommenen und treuen Freundschaft und bester Beziehungen zwischenihm und der Katholischen Majestät auszudrücken. Seinerseits ver-sicherte Heinrich dem spanischen Gesandten (22. Nov.), nichts würdeer hoher schätzen, als eine Verwandtschaft mit dessen Herrn. Fin-den Fall einer solchen Kombination sollte — so war der weiterePlan Villeroy's — der jülicher Streit friedlich erledigt werden, undzwar durch einen Kongreß, welcher Gesandte des Kaisers, Frank-reichs, Spanien's, Belgien's und aller Prätendenten in eincrjülich'schen Stadt vereinigen würde. Auch in Madrid fand dieseEventualität Beifall. Der ganze spanische Hof zeigte sich plötzlicheiner solchen Verbindung freundlich und ebenso den weiteren Ver-mählungen, die sich daran knüpfen könnten. Die spanische Königinließ sich von Vaneelas die Porträts des Dauphin und der Prin-zessin Elisabeth ausbitten. Andererseits antwortete Heinrich IV.selbst dem englischen Botschafter, als dieser ihn fragte, ob die er-neuten Gerüchte von Hcirathsverhandlnngen mit Spanien begründetseien, bejahend, nur sei noch nichts abgeschlossen. Ein solches Zn-geständniß war jedenfalls ein Zeichen von Geneigtheit des Königsfür diese Entwürfe. Wirklich war die bleibende Trennung Bel-gien's von der spanischen Monarchie einer der hauptsächlichstenWünsche Heinrich's IV., sie wäre ein Erfolg gewesen, der ihnwenigstens zum Aufschübe des großen Angriffskrieges gegen Spanien