Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

pfählen. Seit dem Beginne des Jahres 1608 wurde der bereitsFünfundfünfzigjährige von der heftigsten Neigung zu einem nochganz jungen, eben erblühenden Mädchen erfüllt, der CharlotteMargarethe von Montmorency (geboren I I. Mai 1594), Tochterdes Counctable von Frankreich. In der That wird sie von kühlenBeobachtern als eine der schönsten Frauen Frankreichs bezeichnet,die trotz ihrer großen Jugend schon zahlreiche Ncrchrcr besaß.Eine hochgeborene Dame ließ sich nun nicht so ohne weiteres indie Reihe der schönen Gabriele, der Entragues, Des Essars u. s. w.stellen; nur also seiner Leidenschaft unter ehrenvollem Deckmantelnachgehen zu können, nöthigte Heinrich seinen schwachen und alskleinlichen Charakter bekannten Netter, den Prinzen von Condc,das Fräulein zu ehelichen, nachdem er ihm die beruhigendstenVersicherungen gegeben und überdies dem bisher sehr Armen einJahrgeld von 100,000 Livres nebst einigen weiteren Vortheilenbewilligt hatte. Aber kaum war (17. Mai 1609) die Hochzeitgefeiert, als der König sich abermals der Dame näherte und mitallen Mitteln nach deren Gunst trachtete — eine Bewerbung, diesofort allgemeines und zwar das peinlichste Aufsehen hervorrief.Der König wurde bereits Gegenstand höhnischer Bemerkungen vonSeiten der fremden Gesandten, die dabei von Beginn an dieserIntrigue einen üblen Ausgang prophezeiten, st Er fand übrigens andem Prinzen von Conde einen viel eifersüchtigern und selbstbewußtemGatten, als er gedacht. Derselbe war keineswegs damit zufrieden,von dem Könige die Ehre seines Hauses beflecken zu lassen. DieFeindschaft wurde so bitter, daß der König in Gegenwart desPrinzen stets ostensibel seinen Degen umhing; daß einzelne Hnge-

1) Dep. Eardena's v. 30. Mai 1609: toc1o8 si ei res^ U 0 ce.8a,

da de caui-mr uoveclacl de conRideracion. — Man vergleiche besonders dieMemoiren Bassompierre's, der selbst die gegründetste Hoffnung auf die Handdes Frl. v. Montmorency gehabt Zu haben behauptet. — Chiffrirte Dep.Pccguius' V. 13. Auni: I/ou cro)d gue larnoureux erd encoi-e aultant tran.-rigue fainais.