Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

der aufständischen Niederländer erwähnte er begreiflicher Weisedabei nicht —: allein den verderblichen Absichten Spanien's, wiesie sich in der jülichcr und der Condc'schen Angelegenheit enthüllt,könne er nicht ruhig zusehen. Nur das Einschreiten des Papstesvermöge noch zu friedlichem Ausgleiche zn fuhren. Aehnlich drückteder König sich dem Nuntius gegenüber aus. Er wolle sich be-mühen, den Frieden aufrecht zu erhalten; jedenfalls aber sei diejülichcr durchaus keine religiöse Angelegenheit, da ja der Kurfürstvon Sachsen ebenso gut Ketzer sei, wie die possidireuden Fürsten.Ucberdies verpfände er dem Papste sein Wort, daß er für die un-beschädigte Aufrechterhaltung der katholischen Religion in den jnlicherbanden Sorge tragen werde. Freilich überging er dabei mit Still-schweigen, . daß, wenn dem Kaiser seine eigentlichen Pläne — dieBesitznahme der ganzen Erbschaft oder eines beträchtlichen Theilesderselben — gelängen, der katholische Glaube dort der allcin-herrschende werden würde. Alle Anssöhnnngsversuche mit Eondeund dem Erzherzoge wies er zurück, wenn nicht zuvor der ersteresich nach Frankreich oder doch wenigstens zur Verfügung des hei-ligen Vaters nach Rom begeben habe. st

Der Erzherzog, der setzt um des lieben Friedens willen seinemVetter in Iülich jede, auch die geringste Unterstützung entzog,und seine Gemahlin hatten sich inzwischen alle erdenkliche Mühegegeben, um Eonde zu einer Aussöhnung mit dem Könige, zurUnterwerfung unter dessen Wünsche zu bewegen. Allein da derPrinz sehr wohl wußte, daß seine Rückkehr nach Frankreich nichtsanderes bedeuten würde, als die Preisgabe seiner Gemahlin andie Wüstlingslannen Heinrich's IV., so wies er alle diese Be-mühungen standhaft zurück. Inzwischen wurde der Köuig von derSehnsucht nach der Prinzessin unaufhörlich gepeinigt. Um den20. Januar 1610 sandte er Franz Hannibal von Estrces Marquis

0 Jnstr. cm Breyes vom 21. Jan. >610; I^eUr. mis«. VII, 827 ff. —Dev. tlbaldmkü v. 5. Jan. >0. Febr.; 8Ni, Ivlem. rec. II, 59. >42 II.