Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

die eigentlichen Gründe von Heinrich's Zorn gegen den Erzherzogzerstörte sowie in hohen: Grade Lächerlichkeit über des Königs Personverbreitete. Coeuvres mußte Brüssel verlassen (Febr. 1610): frei-lich stellte er nun keck in Abrede, an ein solches Unternehmen ge-dacht zu haben. Vielmehr benutzte die französische Regierung dieseGelegenheit, um die von dem Erzherzoge getroffenen Vorsichts-maßregeln als absichtliche Beleidigung und Beschimpfung des fran-zösischen Monarchen darzustellen und leidenschaftlich auf Genug-thuung zu dringen.') Inzwischen hatte Heinrich schon für einenneuen Zwischenträger gesorgt in der Person des Parlamentsrathesvon Preaup, welcher ostensibel mit einem neuen Versuche bei Condeselbst beauftragt war. Durch seine Vermittlung wechselte die Prin-zessin mit ihrem königlichen Liebhaber Briefe. Nichts schildert denSeelenzustand Heinrich's zu dieser Zeit besser, als die Nachschriftin seinem Briese an Preaux von: 20. Februar 1610: „Ich falleso sehr ein durch meinen Kummer, daß ich nur noch Haut undKnochei: bin. Alles mißfällt mir; ich fliehe die Gesellschaften:und wenn ich, um das Völkerrecht zu beobachten, mich in eineGesellschaft führen lasse, so tödten sie mich vollends, anstatt michzu ergötzen. Adieu/") Ji: der That bemerkte man, daß seineGesundheit beträchtlich litt.

Coeuvres hatte sogleich nach seiner Ankunft in Brüssel denPrinzen aufgefordert, nach Frankreich zurückzukehren; wenn er deinohne Verzug nachkäme, solle ihm völlige Verzeihung zu Theil wer-den; verharre er aber in seinem Ungehorsam, so werde man ihn:als Majestätsverbrecher den Prozeß machen. Den: Wunsche desKönigs gemäß hatte der Erzherzog das Anliegen Coeuvres' durchgeeignete Vorstellungen unterstützt. Der Prinz aber antwortete

') Dep. Beutivvglio's v. 10. Fcbr.; 8iri II, 120. — Dep. Pecquius' v.18. Febr. u. Instr. an Pecquius v. 28. Febr.; !Ienrar6, Henri IV. et I»Nrincesse 6e Coixle, p. 227, 249.

2; Vom 20. Febr.; N. „r. VII, 838. — Bgl. Dep. Cardeuas' v. 27. Jan.;Br. u. A. III, 20.