Band 
Dritter Theil.
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Viertes Kapitel.

geben konnte. Der Appellrath Tennagel, der von Paris nachMadrid gegangen war, um für seinen Herrn, den Erzherzog Leopold,eine umfassende Geldhülse für sein jülicher Unternehmen und seinesonstige» Pläne in habsburgischem Interesse zu fordern, wurdemit leeren Händen zurückgeschickt; der Herzog v. Lerma wies hierbeiausdrücklich darauf hin, daß man durch ein entgegengesetztes Ver-fahren den französischen König sicherlich veranlassen würde, denPossidirenden mit seiner gesammten Macht beizustehen, und dies„eine Sache sei, welche die spanische Regierung in große Besorgnis;versetzen könnte." Außerdem wirkte der drückende Geldmangellähmend auf die Entschlüsse der spanischen Staatsmänner. Sehrrichtig zeichnet Vancelas die Lage: „Ihre Koffer sind ganz leer,und sehr fürchten sie sich, mit Eurer Majestät — Heinrich IV. —in Streit zu gerathen. Außerdem scheint die Stellung Lerma'san den Frieden geknüpft zu sein, da, wenn dieser aufhörte, diegroßen Knegsämter Männer in die Höhe bringen würden, dievielleicht lauter mitredeten, als er es wünschte. Die savoyifcheHeirath flößt ihnen vielen Kummer ein." So begnügte man sich,dem Gesandten am kaiserlichen Hofe, Don Baltasar de Znüiga,250,000 Dukaten zu senden, um damit für die Wahl eines Habs-burgers zum Römischen Könige zu wirken; zugleich erhielt er denAuftrag, die monatlichen Zahlungen von 60,000 Dukaten für dieLiga einzustellen, wenn etwa deren Haupt, der bairische Herzog,den Versuch machen würde, sich über das Haus Oesterreich znerheben.')

Indeß so weit ging die spanische Nachgiebigkeit nicht, umdurch Auslieferung des Conde'schen Ehepaares den Gelüsten desfranzösischen Königs ein schandvolles Opfer zu bringen. Am Hofeund unter dem Volke gab Heinrich's IV. Verfahren in dieser

0 N8. Znstr. an Zuniga v. 24. Dez. 1609; Paris. N.-A. K. 1464. —Cmis. des span. Staatör. v. 5. und Dep. Vaucelas' v. 24. Dez.; Br. u. A. II,500 U 525.