Band 
Dritter Theil.
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Vieles Kapitel.

bewirken, daß neben den: Herzoge von Baiern ein Erzherzog zudessen Koadjutor, zmn zweiten Haupte der Liga ernannt, jedenfallsaber der ebenso eifrig spanisch wie kirchlich gesinnte ErzherzogFerdinand v. Stcier in dieselbe aufgenommen werde. Um dieLiga besser in der Gewalt zu haben, weigerte sich Philipp III.,nach ihrem Verlangen auf neun Jahre in dieselbe einzutreten,sondern schloß sich ihr nur auf drei Jahre an, und auch das unterVorbehalt, st Sie sollte eben an jeder Sonderpolitik verhindert,zur gehorsamen Dienerin der eigensüchtigen Habsburgischen Plänegemacht werden. — Wenn die französischen Diplomaten, wahr-scheinlich um die Auslieferung Conde's zu erlangen, unter anderenfriedlichen Phrasen abermals von der Heirathsverbindung zwischenden beiden Königshäusern zu reden begannen, so legte man demin Madrid mit Recht durchaus keine Wichtigkeit bei und verhieltsich völlig ablehnend; es sei dies nur ein Kunstgriff Hcinrich's IV.,bemerkte eigenhändig der spanische Herrscher.-)

Zugleich begann Spanien auf alle Fälle hin Rüstungen an-zustellen. Die Schweizerregimentcr des Grafen Fuentes wurdenverstärkt, die Befestigungen der mailändischen Plätze vermehrt.Mit Schrecken nahm man wahr, daß des Erzherzogs Albert Truppenvöllig ungenügend, der Kern seiner Armee — die Spanier — nur4000 Mann stark war. Während man diese zu vermehren beschloß,wurden an den kommandirendcn General in Sizilien, Don Pedrodc Lchva, die verlangten Geldmittel zur Verstärkung der Truppenund der Galeeren jener Insel gesandt, die natürlich zum Kampfein Ober-italien bestimmt waren. Der unermüdliche Fuentes führtebereits seine Artillerie nach Westen, gegen die Grenze Savohens,froh der Aussicht auf einen Krieg zu Ehren Kastiliens und derKirche. Hatte er doch kurz vorher ausgerufen: „Ich würde eS für

0 IVI8. J»str. an D. Dali. dc Zuöiga v. 19. Jan. 25. Fcbr. 7. April 1610;Paris, N.-A. K. 1464 Nr. 8.

-) Dcp. Cardciias' v. 27. Jan.; Br. u. A. III 28. — LI3. Cons. des span.Staatsr. v. 13. Fcbr., 18. 28. März.