428
Viertes Kapitel.
Geld wollte der Herzog, sondern Landerwerb, und der winkte ihmnur auf Seiten Frankreich'». Um ihre Niederlage zu verbergen,wußten schließlich die Spanier nichts Besseres zu thun, als lüg-nerische Gerüchte vom Abbrüche der französisch-savoyischen Ver-handlungen auszustreuen.')
Schmerzlich empfand der feurige ungeduldige Karl Emanuclnur die Verzögerung der französischen Heirath für den PrinzenViktor Amadeus, und ohne Unterlaß kam er auf diesen Punktzurück. Hier fand er allerdings den König unerschütterlich. Dochdies verhinderte nicht, daß man nach Abmachung des Hciraths-geschäftes mit allem Eifer auf den sich daran knüpfenden Kriegs-plan gegen Mailand einging. Den Spaniern blieb freilich nichtsvon diesen Umtrieben verborgen. In einer Audienz bei Heinrich IV.beklagte D. Jnigo de Cardenas sich über dieselben und bemerkte:wenn Sc. Allerchristlichste Majestät den Krieg beginne, so werdesein König ihn endigen. Worauf Heinrich erwiderte: er habe denKrieg noch nicht begonnen; aber wenn er ihn anfange, werde erdiesen Krieg ebenso gut zu beendigen wissen, wie alle frühern. Inder That drängte der Herzog durch beständig wiederholte Kurierezum endgültigen Entschlüsse; er erbot sich sogar, dem Könige zugrößerer Sicherheit Nizza und Montmclian, letzteres dermaligeHauptfestung des eigentlichen Savoyen, einzuräumen. Dafürverlangte Karl Emanuel von Frankreich, eine Hülfsarmce von20,000 Fußgängern und 4000 Reitern vollständig bezahlt zuunterhalten, mit 20 Kanonen und 30—40,000 Schuß für dieGeschütze, während er sich verpflichtete, die Hälfte dieser Streit-macht zu stellen (Jan. 1610). Heinrich IV. wollte weder sich zueinem so starken Truppcnkorps verpflichten, da er bei dem bevor-stehenden allgemeinen Kriege gegen Spanien seine Kräfte ander-weitig verwenden zu müssen glaubte; noch sofort die vom Herzoge
0 1U8. Cons. des span. StaatSr. v. 5. Jan. 1610. — Dep. Vaucclas'v. 27. Jan. n. Brcves' v. 3. Febr. 20. März; l'eircns, 243 r. 246 U.