Band 
Dritter Theil.
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Der jülicher Erbfolgestreit.

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den Navarresen selbst, die mit der kastilischen Herrschaft durchausunzufrieden waren. Die Hauptarmee, etwa 30,000 Mann stark,sollte sich bis zum 20. Mai bei Chalons an der Marne sammelnund dann unter dem eigenen Oberbefehle des Königs gegen Ziilich,zunächst aber gegen das zu den spanischen Niederlanden gehörigeHerzogthum Luxemburg vorrücken, wo Epernon bereits Dieden-hofen rekognoszirt hatte.')

Das war ein umfassender und wohlausgcsonnener Fcldzngs-plan, der, von 55,000 Mann französischer Truppen mit Unter-stützung von 10,000 Deutschen und 8000 Holländern im Jülich'schen,mindestens 10,000 Savoyern in Oberitalicn ausgeführt, viele Aus-sicht auf glänzenden Erfolg gewährten. Au 85,000 Mann — einefür die damalige Zeit außergewöhnlich große Streitmacht — hättedas antihabsburgische Bündnis; für die ersten gleichzeitigen Schlägezu freier Verfügung gehabt. Ein so einsichtiger und erfahrenerMann, wie der französische Botschafter in Rom — Breves — hieltdie Eroberung Mailand'S, ja einen allgemeinen Aufstand in Italiengegen die spanische Tyrannei für sicher. Der Krieg schien denn

') Dcp. Aerssen's v. 24. Jan.; Br. u. A. III. 18 ir. — Dep. Cardenas'v. 27. Jan.. 21. Fcbr., 14. März, ebcndas. 117 ll., 143 1. — Dep. Fosca-rinie v. 9. Fcbr., p. 327. — dlercure kranxois, 1, 297. — Llöin. <1e I..1 1'oi'Lo,I, 215 ii. — 2a Force an seine Gemahlin, 16. 22. Fcbr.; das. II. Lorresp. —Boissise an Moritz v. Hessen, 8. Mai; Komme!, 406. — lviem. 4e <1u l'Iessis,X. 452. — Aerssen an Barncvelt, 10. Februar; Br. n. A. 111, 118. —Knntenay-Klarcuil seil. Netitot), p. 32. 39. 46. Fontcnay-Marcnil stellt dieMorisken zu niedrig, wenn er meint, der König habe sich auf diese unkrie-gerischen Leute nicht verlassen können; allein, was er von der Unzufriedenheitder Navarresen mit der kastilischen Herrschaft erzählt, wird auch von andernSeiten bestätigt und gilt im Grunde bis auf den heutigen Tag (vgl. Th. I,S. 301 k.). Ueberhanpt aber ist F.-M. zwar in den militärischen Dingen dieserZeit gut unterrichtet, dagegen recht schlecht in den politischen, wie er denn er-zählt, daß Heinrich IV. habe deutscher Kaiser werden wollen, daß die Vene-tiancr ein kriegerisches Bündnis; mit demselben geschlossen hätten n. dgl. m.Daö ist auch sehr erklärlich, da F.-M. im Jahre 1610 erst in feinem 15. Lebens-jahre und zwar Ehrenpage (enlant ck'lionneur) bei dein Dauphin war, wo ervon den offenbaren militärischen Vorgängen gewiß manches hörte und sah, abervon den geheimen politischen Verwickelungen nicht viel wahrnehmen kennte.