432
Viertes Kapitel.
auch in Paris fest beschlossen. Villeroh äußerte in offiziösenSchreiben: „Jedermann rüstet sich zum Kampfe. Unser Kriegwird von allen Seiten immer hitziger betrieben, und ich sehe vor-aus, daß wir in denselben sehr tief werden verwickelt werden, undvielleicht früher, als wir gehörig daran werden gedacht haben."Spricht sich in diesen Worten Villeroy's seine Abneigung gegeneinen solchen Kampf zu Gunsten der hugenottischen Sache deutlichgenug aus, so mußte letzterer doch um so unvermeidlicher erscheinen,als der französische Monarch gerade jetzt einen Vorschlag auf längereWaffenruhe im Jülich'schen von Seiten des Erzherzog Leopold ent-schieden ablehnte. Vielmehr scheute sich Heinrich nicht, dem Pecquiusoffen zu erklären: „Mögen Spanien und Erzherzog Albert sich indie jülicher Angelegenheit mischen oder nicht, ich werde nicht unter-lassen, mich in dieselbe zu mischen." st
Indessen im Grunde war Heinrich IV. in seinen Entschlüssendoch nicht so ganz sicher, wie er gern andern und sich selbst er-scheinen wollte; schwere Bedenken stiegen immer wieder in ihmauf. Zunächst machte ihn die Lauheit einiger seiner Freunde wan-kend, auf die zählen zu können er früher gehofft hatte.
Die kühlsten von allen waren die Venetiauer, obwohl Heinrichsich neuerdings bemüht hatte, durch erfolgreiche Verwendung zuihren Gunsten bei dem Papste sie enger au sich zu fesseln. Mitihrem Gesandten Fosearini hatte er im Beginne des Februar eineUnterredung, in der er alles aufbot, um die Republik in das fran-zösisch-savoyische Bündniß zu ziehen. Die augenblickliche Schwächeder Spanier fordere dazu auf, sie gerade jetzt aus Italien zu ver-treiben. Würden die venetianischen Kräfte mit den savoyischenund französischen vereint, so sei keine Rettung für die Spaniermöglich. Er versprach der Republik von den zu machenden Er-oberungen Cremona und Ghiaradadda. Um der Befürchtung vor-
st Dcp. Pecquius' v. 4. Febr.; llenranl 206. — Villcroy an La Boderie,22. 27. Febr., und Heinrich IV. an dens-, 27. Febr.; 8ettr. ä I.. 8. II, 81.97. 104. — Dcp. Breves' v. 4. März, x>. 347.