Viertes Kapitel.
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machen, da er sie, selbst im Widersprüche gegen seine mit Spanieneingegangenen Verpflichtungen, kräftigst in ihrem Freiheitskampfeunterstützt und auch bei den Friedensperhandlungen ihnen allenmöglichen Beistand geleistet hatte. Ihr Interesse schien ihm inderselben Richtung zu liegen. Erst kürzlich hatte er sie offiziellals unabhängige Macht anerkannt, während die Spanier sie nochimmer als die „Rebelten Sr. Katholischen Majestät" bezeichneten.Allerdings hatten nun die Generalstaaten sich, wie erwähnt, imDezember 1609 znr Unterstützung des Königs in dem jülicherStreite, ja im Januar zu noch weitergehenden Unternehmungenbereit erklärt — aber über die Art dieser letztem hatten sie sichnie näher auslasten wollen. Vergebens drangen der König undseine Minister darauf, man solle sich nicht mit der VertreibungErzherzog Leopold's aus Jülich begnügen, wozu ja die Holländer denPossidirenden 8000 Mann versprochen hatten — sondern einengrößeren Krieg unternehmen, „um die Possidirenden gegen etwaigespätere Angriffe dauernd zu sichern," deshalb ein förmliches Bündnißgegen Spanien schließen. Die Holländer hatten zunächst jedeAntwort hierauf verzögert. Jetzt, Ende Januar, verlangte Heinrichvon neuem, die Generalstaaten sollten wegen einiger untergeordneterStreitigkeiten mit dem Erzherzog Albert brechen und die spanischenNiederlande, zumal an der Maaslinie, von Norden her angreifen,während der König dieselben von Frankreich aus bekämpfen würde;12,000 Mann zu Fuß und 2000 zu Pferde sollten die Holländerstellen. Allein die Generalstaaten gaben gleich Anfangs nur un-bestimmte Zusagen: sie würden ihr Wort halten und jedenfallsden König im geheimen unterstützen, ob sie aber offen mit Spanienbrechen würden, hinge von der Ordnung ihrer eigenen noch etwaszerrütteten Angelegenheiten ab. Vielmehr beschlossen sie gerade indiesem Augenblicke, der Ersparniß halber ihr Heer zn reduziern.Mit allerlei Ausflüchten suchten sie sich den immer wiederholtenAnforderungen Heinrich's IV. zu entziehen, so dringend die letztemauch von dem stets französisch gesinnten Bamevelt unterstützt wurden.