Band 
Dritter Theil.
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Der jülicher Erbfolgestreit.

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ändern könne. Als er sah, daß er mit den drei Kommissaren nichtvorwärts komme, verlangte er eine Zusammenkunft und persönlicheBesprechung vor Jülich selbst mit den angesehensten Häuptern desGemeinwesens der Vereinigten Provinzen: Barnevelt, dem PrinzenMoritz und dessen Vetter, dem Grafen Wilhelm Ludwig von Nassau,Statthalter von Friesland. Moritz und Wilhelm erklärten sich sofortdazu bereit, Barnevelt aber war genöthigt, von den Ständen derProvinz Holland, deren Advokat d. h. Landsyndikus er war, Urlaubzu erbitten. Und die ganze Absicht schien an dem Widerständeder Generalstaaten scheitern zu müssen. Indem sie sich daraufberiefen, in so wichtigen Angelegenheiten auf die Zustimmung derStände der einzelnen Provinzen angewiesen zu sein, lehnten sie jedeBeschlußfassung über ein Offensivbündniß mit Frankreich ab. Jasie weigerten sich sogar, die Kosten für die beiden französischenRegimenter in Holland von dem Tage an ferner zu tragen, wodiese zum Einmarsch in Jülich aufbrechen würden.')

Diese Abweisung von Seiten Venedig's, England's und derVereinigten Provinzen mußte Heinrich IV. um so tiefer kränken,als er wenigstens einiger Unterstützung von ihrer Seite stets sicherzu sein glaubte. Zum mindesten hatte er sich in dieser Weiseüber jede der genannten Mächte zn dem Gesandten der andernund selbst gegenüber seinen politischen Widersachern ausgesprochen.Theils war es der üble Eindruck, welchen die Conde'sche Angelegen-heit hervorrief, theils aber auch — und wohl in noch höhermGrade — das Mißtrauen, welches man in Betreff der AbsichtenFrankreichs empfand, was den König überall nur Kälte undZurückhaltung finden ließ. Glaubte doch auch Venedig, die „ge-waltigen Pläne" des Königs Heinrich ernstlich fürchten zu müssen.Selbst bei seinen neuerlichen Bundesgenossen, den deutschenUnirten, traf er aus eine Gleichgültigkeit, wie er sie wohl kaum

') IN8. Dcp. Russy's v. 13. Mai; vgl. Hnnr. IV. an Barinvelt, 8. Mai(HUr. miss. VIII, 973).