Der jülicher Erbfolgestreit.
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söhnlich imd vertrauensvoll gehalten, ohne Zweifel in der Absicht,bei der wahrscheinlichen Zurückweisung dann um so klarer dieSchuld dem Erzherzoge beimcssen zu können. Mau war eben inParis fest davon überzeugt, daß der letztere das französische Ver-langen zurückweisen werde.') Aber die Friedensliebe Albert's täuschtedes Königs und seiner Räthe Voraussicht. Obwohl die bewähr-testen unter den flandrischen Generalen — wie der Großmeisterder Artillerie Graf Boucquoy, der später im dreißigjährigen Kriegeso berühmt wurde, und Spinola selbst — daraus hinwiesen, daßHeinrich unter allen Umständen den Kampf beginnen und es des-halb besser sein werde, sich sofort muthig auf ihn zu werfen, eheer festen Fuß auf belgischen! Gebiet gefaßt und sich etwa mit denHolländern vereinigt habe: gestattete doch nach einigem Schwankender Erzherzog dem französischen Monarchen den Durchmarsch durchsein Gebiet, unter der Bedingung, daß Zeit und Ort jenes vorhergenau firirt würden. Albert ging also in seiner Opferwilligkeitfür den Frieden so weit, daß er Partei gegen seinen eigenennächsten Angehörigen, den Erzherzog Leopold, Partei gegen dasGcsammthaus Oesterreich nahm! Ferner versicherte er nunmehrden Possidirenden, daß er in dein jülicher Streite vollkommen neu-tral bleiben wolle, und befahl dem Gouverneur von Nheinsbergdie bisher dort ausgeübte Sperrung des Nheinstromcs aufzuheben?)Die von den Spaniern künstlich eingeflößte Energie hatte ihn voll-ständig wieder verlassen, er wich auf der ganzen Linie. Freilichtraf er dabei militärische Vorsichtsmaßregeln, um sich gegen jedenHandstreich des französischen Königs sicher zu stellen; aber in derHauptsache hatte er weiter nachgegeben, als es seiner Stellung undseiner Ehre angemessen war.
Indessen trotz der Furchtanwandlungen, die Heinrich IV. be-
't Villcrop an La Bodcrie, 9. Mai; I.ettr. ä 1^. II. II, 152.
2) Der Brief Heinrich? I^ettr. iniss. VII, 895 5; die Antwort Albert?Ileurarä >58 t. — Dcp. Winwood? v. kk' Mai; p. 164.