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Viertes Kapitel.
fielen, trotz der gründlichen Scheu des Erzherzogs Albert vor einemkriegerischen Zusammentreffen mit seinem mächtigen Nachbarn hättedoch allem Anscheine nach der Kampf nicht mehr vermieden wer-den können. Die Dinge waren dafür allzu weit gediehen. HätteHeinrich erst den Fuß im Steigbügel gehabt, so würde ihn sicherdie alte Kriegslust wieder erfaßt haben, zumal die Leidenschaft fürMargarethe von Conde ihn unausgesetzt erfüllte. Diese letztereAngelegenheit, die „Vaterrechte" des Conuetable gaben immerhineinen genügenden Vorwand zum Kampfe gegcu den flandrischenErzherzog, zum Versuche, ihm die schöne Margarethe mit Gewaltzu eutrcißeu, da Conde's Einwilligung in deren Rückkehr nach Parissehr unwahrscheinlich war. Die Wucht seines eigenen Heeres von36,000 Mann mußte Heinrich zu größern Unternehmungen mit fort-reißen, als es die Eroberung einer kleinen armseligen Festung, undnoch dazu im Vereine mit 22,000 Verbündeten, war. Auch der inmilitärischen Dingen wohl unterrichtete Zeitgenosse Fontenay-Marenilmeint, Heinrich würde die Holländer haben Jülich belagern lassen,selbst aber die belgischen und lütticher Festungen der Maaslinie ge-nommen haben. Uebrigens machte schon der mit Karl Emanuelzu Brosolo abgeschlossene Offensivvertrag den Ausbruch der Feind-seligkeiten unvermeidlich. Und auf der andern Seite war auch diespanische Regierung, obwohl sie ihrer noch unvollendeten Rüstungenhalber den offenen Bruch einstweilen hinauszuschieben wünschte/)weit von der absoluten Friedcnssehnsucht des Erzherzogs Albertentfernt. Man rüstete nicht allein wie zu einem großen Kriege,forderte den Großherzog von Toskana und die kleinen italienischenVasallcnfürsten znr vertragsmäßigen Heeresfolge auf und suchte denPapst in den etwaigen Kampf gegen Frankreich zu ziehen: sondernman -that auch Schritte, welche offenbar auf die gewaltsame Züch-tigung der französischen Anmaßungen hinzielten. So wurde demDon Jnigo de Cardenas wiederholt streng untersagt, sich noch
0 dis. Cons. des span. Staatsr. v. 27. April.