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Viertes Kapitel.
nachdrücklicher eben den Weg, welchen ihm schon seine politischenEntwürfe umgezeichnet hatten, und insofern standen Affekt undPolitik ini Einklang. Gewiß aber hätte er den Entscheidungskampfgegen die Habsburg unter günstigern Umständen — wie seine vor-zügliche Diplomatie sie vorbereitet hatte — beginnen können, wenner nicht in den letzten Monaten sich von dieser unseligen und un-würdigen Leidenschaft hätte fortreißen lassen, die sein Ansehen undseinen Einfluß unendlich verringerten.
Im Beginne mußte sich der Kamps ohne Zweifel günstig ge-stalten für Frankreich und dessen Verbündete, die zunächst viel be-deutendere Kräfte — man muß sie auf l 00,000 Mann veran-schlagen — in das Feld zu führen vermochten, als das isolirte undnoch nicht vollständig gerüstete Haus Oesterreich, war doch dessendeutscher Zweig durch die offene Zwietracht, ja den Krieg zwischenRudolf II. und Matthias vollständig gelähmt! Aber würde aus dieLänge Heinrich IV. im Stande gewesen sein, dieses Uebergcwicht überdie feindliche Macht zu bewahren? Es ist dies sehr zweifelhaft.
Einen sichern Bundesgenossen, der ihm in seinen Offensiv-planen zu folgen geneigt war, hatte Heinrich IV. nur an Savohcn,und selbst auf dieses konnte er sich lediglich im Falle des Sieges ver-lassen; bei ungünstiger Wendung würde Karl Emanuel schwerlichBedenken getragen haben, in das feindliche Lager überzugehen.Aber selbst mit Savoyen's Hülfe war Heinrich keineswegs desSieges in Italien gewiß. Wir haben gesehen, daß Fuentes den32,000 Franko-Savohern 42,000 Mann spanischer Soldaten ent-gegenstellen konnte, also eine überlegene Macht, die in dem greisenGrafen einen ebenso geschickten wie thatkräftigen Führer besaß. Undwenn das schwache Mantua sich auf französische Seite neigte, sowaren dafür die mittelitalienischen Fürsten in spanischer Abhängig-keit, verpflichtet und bereit, ihre Truppen zu dem Heere des Fuentesstoßen zu lassen. Papst Paul V. endlich hatte sich stets mit dergrößten Entschiedenheit gegen die französische Politik in der jnlichcrSache erklärt und noch zuletzt gedroht, geistliche und weltliche Mittel