Band 
Dritter Theil.
Seite
477
JPEG-Download
 

Der jülicher Erbfolgestreit.

477

ferner mit den Bestrebungen des Papstes zur Herbeiführung einerspanisch-französischen Heirath zu befassen.')' Eine enge Verbindungmit den unzufriedenen Hugenotten in Poitou wurde iu Aussichtgenommen?) Ferner sollte an alle diplomatischen Agenten Spa-nien's im Auslande ein Zirkular gerichtet werden, dessen Entwurfuns noch erhalten ist. An demselben wurde die Lage der Dingevon spanischem Standpunkte aus geschildert. Schon lange undoftmals seien die üblen Absichten Heinrich's gegen die heilige Re-ligion und das Haus Oesterreich, das dieser ganz ergeben ist, zuTage getreten. König Philipp III. habe allem dem stets die größteGeduld entgegengesetzt. Aber nur um so unerträglicher werde die Keck-heit des französischen Monarchen. Die Klage desselben über die Auf-nahme Eonde's sei völlig unbegründet; mit viel größer»: Rechte könneman sich über die Gunst beklagen, die Heinrich den Feinden desKatholizismus, den Hugenotten und Türken, beweise?)

Dieses Rundschreiben enthielt so laute und offene Anklagengegen den König von Frankreich, daß es bei dein gereizten Ver-hältnisse beider Staaten unvermeidlich znm Ausbruche des Kampfesgeführt haben würde. — Wenn auch eine persönliche Angelegen-heit in den Kriegsplan eingegriffen, wenn Besorgnisse aller Artdenselben in vorübergehenden Augenblicken zu vereiteln gedrohthatten, so war er doch im Grunde der Ausfluß und das Ziel vonHeinrich's IV. ganzer Politik gewesen. Das kriegdroheude Zer-würfnis; war schon vorhanden, als der Conde'sche Zwischenfall ein-trat; indeß man darf nicht verkennen, daß es durch denselben be-deutend verschärft wurde. Die Leidenschaft wies den König noch

i) So noch in der KI8. Instr. an Cardenas, -I. N. Verma, 22. Mai, ge-schrieben, ehe man dort den Tod Heinrich's IV. kannte.

'ch A8. Cons. des span. StaatSr. v. 27. April.

3» N8. Minute, Madrid, Mai; Paris, Nat.-Archiv X. 1427. - DieserEntwurf ist ein neuer Beweis, daß man in Madrid sich nicht auf eine Ermor-dung Heinrich's IV., sondern auf den Ausbruch eines offenen Krieges gefaßtgemacht hatte.