Band 
Dritter Theil.
Seite
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Die Ermordung Heinrich's IV.

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Frankreich, der Papst durch den Druck der französischen Waffendoch noch in das französische Bündniß hineingezogen worden wären— aber bei dem Ausbruche des Kampfes war zunächst keine be-stimmte Aussicht auf solche Eventualitäten. Diese Sachlage recht-fertigt denn auch die schweren Bedenken der französischen Minister,die zweifelnde, durchaus nicht hoffnungsselige Stimmung, in derHeinrich IV. selbst sich in den letzten Tagen befand.

Wenn also auch besonnenere Historiker sich in glänzender Schil-derung der außerordentlichen Resultate ergehen, die von Heinrich's IV.beabsichtigtem Kriege zu erwarten waren: so beruht das auf einervölligen Unkenntnis; der wahren Situation, die, wenn auch imganzen für Frankreich Vortheilhaft, doch eine schnelle und allseitigeEntscheidung zu dessen Gunsten keineswegs sicherte.

Der König hatte vor seinem Abgänge zum Heere noch fürdie innere Berwaltnng des Reiches in seiner Abwesenheit Sorgezu tragen. Zu diesem Behufe ernannte er seine Gemahlin znrRegentin, setzte ihr aber einen Regentschaftsrath von fünfzehn Mit-gliedern znr Seite, an dessen Zustimmung sie durchaus gebundenwar, und der meist aus eifrigen Katholiken bestand. So gedachteHeinrich einerseits die mangelhafte politische Einsicht seiner Ge-mahlin zu unterstützen, andererseits die Katholiken zu befriedigen,indem sie die Regierung in Hände» hatten, während die Heere fastausschließlich durch Hugenotten befehligt wurden. Dem Wunscheder Königin gemäß und um ihr ein größeres Ansehen zu geben,ließ er sie am 18. Mai in St. Denis feierlich krönen; am darauffolgenden Sonntage, dem 16., sollte Marie ihren pomphaftenKrönnngseinzng in Paris halten, am 17. die Vermählung vonHeinrich's ältestem natürlichen Sohne, Eäsar von Bendome, statt-finden, und Mittwoch, den 19. wollte der König zum Heere in derEhampagne abgehen. Schon hatte Heinrich dem außerordentlichenNuntius des Papstes, den; Erzbischof von Nazareth, an der Nord-ostgrenze dieser Provinz in Monzon eine Zusammenkunft bestimmt.

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