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Viertes Kapitel.
schreibt Cabrera am 5. Juni in sein Tagebuch, „wird für einwunderbares und vom Himmel herbeigeführtes Ercigniß gehalten,da dasselbe in einer Zeit eintraf, wo man allerseits nur Waffenwahrnahm und harrte, wohin er den Schlag führen würde mitdem Heere, das er ansgehoben hatte. Ich hoffe, daß dieser Todder Christenheit langdauernden Frieden bringen möge!" Auch derHof verhehlte kaum unter erkünstelter Trauer die lebhafte Be-friedigung, den innern Jnbel. Hof, Große und Volk vereinigtensich vielmehr in Freude und Dank für dieses Ercigniß, das manganz offen als eine Belohnung des Himmels für die Frömmigkeitund Güte des Katholischen Königs und als einen Beweis desbesondern Schutzes bezeichnete, welchen die göttliche Allmacht ihmangedeihen ließ. si Der Gcoßkommandeur v. Leon sprach das imStaatsrathe nnverhüllt aus. „Gott," sagte er, „hat Se. Majestätzum Beherrscher der Welt eingesetzt; der Tod des Königs von Frank-reich ist eine erste Belohnung Gottes für eine so ruhmvolle Handlungwie die Vertreibung der Morisken." — „Se. Majestät," rief derKardinal v. Toledo aus, „befindet sich in derselben Lage, wie derheilige Paulus: 8r Usus pro nolüs, (pris eontru no8?" H Indessenbei all' dieser lebhaften Freude ist auch nicht das mindeste Zeichen,daß in Spanien ein Einverständnis; mit dem Mörder geherrschthat. Die Kunde von dem Ereignisse brachte vielmehr eine voll-kommene, wenn auch erfreuende lleberraschung hervor. Das bereitsgegen Frankreich vorbereitete Rundschreiben wurde nun natürlichzurückgezogen. —
In der That hatten die Spanier allen Grund, sich über dasHinscheiden eines Fürsten zu freuen, der allen ihren Plänen zurBeherrschung Europa's ein Ende machte, indem er der Begründerder erneuerten politischen Größe seines Landes, des Uebergewichtesdesselben in unserm Erdtheile geworden war.
1) Kelar. (1i Oirol. 8or-anro, und Depesche dess. v. 30. Mai; KaroLri e?>6rek<4 I, I, 475. — Odrera p. 406 5. — KVinxv. Klein. III, 176.
2) Sitzungen des span. Staatsr.; 1'errens 284 15