489
Trotz aller seiner Mangel war Heinrich IV. ein wahrhaftbedeutender König gewesen, der durch eine Verbindung von Klug-heit, praktischer Einsicht und kraftvoller Entschlossenheit sein Reichnicht nur von dem drohenden spanischen Joche befreite, ihm nichtnur den seit 40 Jahren entbehrten innern Frieden zurückgab, sondernauch in demselben einen Wohlstand, eine glückliche und erfolgreicheEntwickelung erzeugte, wie sie dort seit Jahrhunderten, seit demAusbruche der großen englischen Kriege unbekannt gewesen waren.Er ordnete Rechtspflege und Polizei von Nencm und schuf fürseine friedlichen und fleißigen Unterthanen, unmittelbar nach denGreueln des Bürgerkrieges, die wünschenswertheste Sicherheit derPerson und des Eigenthums. Gerechtigkeit und Frieden verbreiteteer in seinem Staate und rief damit die schönsten Erfolge hervorin seinem intelligenten, betriebsamen Volke und in seinem frucht-baren und ergiebigen Lande. Bewegt von jener Menschlichkeit,jenem Mitgefühl für alles menschliche Leid, welche einen der schönstenCharakterzüge dieses Herrschers ausmachen, trug er in eingehendenMaßregeln für die Erhaltung der öffentlichen Gesundheit, für diePflege der Erkrankten, für die Unterstützung der von Unglück Be-troffenen Sorge. Die Last der Steuern wurde bedeutend erleichtertund gerechter vertheilt. Der Ackerbau und Gewerbfleiß wurdenbegünstigt und mit einer ökonomischen Einsicht, die weit über seineZeit hinausging, von den drückendsten Fesseln befreit. So gestaltetesich Frankreichs Handelsbilanz auf das Vortheilhafteste, und esströmten in dasselbe für seine erportirten Erzeugnisse alljährlich vieleMillionen dorthin aus dem Auslande. Das regste Leben entfaltetesich auf den in großartigem Umfange geschaffenen und wieder her-gestellten Land- und Wasserwegen. Der französische Seehandelerhob sich aus langjährigem Verfalle, und die Begründung aussichts-reicher Kolonien eröffnete demselben neue Bahnen. Frankreich zuerstund allein im damaligen Europa genoß der wichtigsten und frucht-barsten aller Freiheiten, der Gewissensfreiheit!
Während Heinrich so im Innern die Wohlfahrt seinerUnterthancn