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Zum "Mechanismus der Gebirgsbildung" / Albert Heim
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2. „Zur Mechanik der Schichtenfaltungen“ vonD r. F. M. Stapfe.

Stapff beginnt seinen Aufsatz mit einer mir unverständ-lich gebliebenen Deduction, aus welcher hervorgehen soll, dassdie Faltung einen Zusaimnenschub von 0,6366 im Mittel her-vorzubringen vermöge, und dass, wo die Schichten noch stärkerzusammengeschoben seien, die Faltung eine mehrfache gewesensein müsse. Wir können nicht einsehen, warum die häufigvorkommende Parallelstellung der Faltenschenkel, welche oftbei ganz einfacher Faltenform einen viel stärkeren Zusammen-schub nachmessen lässt, nicht durch ein und denselbenintensiven Faltungsprocess in einer Faltungsepoche zu Standegekommen sein soll. Ein logischer innerer Zusammenhangzwischen der geometrischen Deduction, welche Stapff zu jenerZahl geführt hat einerseits und andererseits den wirkendenKräften, der Stauungsursache und dem Stauungsprocess ineinem Gebirge ist gar nicht ersichtlich, so dass jene Zahlwenigstens mir als eine rein willkürliche quantitative Grenzezwischen einfacher und mehrfacher Faltung erscheint, der ichkeinerlei Sinn abgewinnen kann. Sie erscheint in den meistenspäteren Rechnungen von Stapff wieder. Warum soll einZusammenschub blos bis auf 0,6366 der ursprünglichen Breitegehen können? Wenn dann aber nach einer Pause derselbeaufs Neue wirksam wird, wie sollen dann diejenigen Kräfte,welche der erstmaligen Faltung bei 0,6366 eine Grenze setzten,plötzlich nicht mehr vorhanden sein, und ein abermaliger Zu-sammenschub von wieder gerade 0,6366, also nun zusammenvon 0,6366 X 0,6366 stattfinden dürften? Warum soll derZusammenschub stets bis auf 0,6366 gehen müssen? Gewissist es nothwendig, zwischen einmaligen und mehrmaligen Fal-tungsprocessen zu unterscheiden, es ist dies auch schon vonvielen Forschern geschehen, aber der Betrag der Faltung, derin verschiedenen Perioden eintritt, wird sich gewiss nicht an einsolches geometrisches Gesetz halten müssen, vielmehr ist erdas Resultat des ganzen durch sehr complexe Bedingungen(locale Widerstandsfähigkeit an den verschiedensten Stellen derRinde, Schrumpfungsbetrag etc.) regierten dannzumaligen Zu-standes der Erdrinde.

Stapff stellt nun (St. 296 — 300) eine Berechnung derzur Faltung von starren Schichten nothwendigen mechani-schen Arbeit an unter der Voraussetzung, dass meiner An-schauung entsprechend auch „starre“ Gesteine plastisch ohneBruch umformbar seien. Dass das Resultat der Rechnung