Der ethische Materialismus und die Religion.
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Consequeuz der Schlussfolgerungen ihm unentbehrlich sind;endlich, dass materialistische’ Hypothesen ihm stets die grössteAussicht auf neue Entdeckungen eröffnen. Ist sein Geist tief undumfassend genug, um mit einer so geregelten Thätigkeit die Aner-kennung des Idealen zu verbinden, ohne dass dadurch Verwirrung,Unklarheit oder sterile Zaghaftigkeit in den Bereich seiner Forschun-gen eindringen, so genügt er dann sicherlich höheren Ansprüchen anächte, volle Menschlichkeit. Lässt sich dies aber nicht hoffen, so istes in den meisten Fällen weit besser, in diesen Fächern crasseMaterialisten zu haben, als Phantasten und verworreneSchwachköpfe. So viel Ideales als unumgänglich nöthig ist —und mehr als die grosse Masse der Menschen je erreicht —■ liegtschon in der blossen Hingabe an ein grosses Princip und an einenbedeutenden Stoff. Diejenigen Materialisten, welche in ihrer Wissen-schaft wirklich etwas leisten, werden meist wenig Neigung haben,den negativen Missionar zu spielen, und selbst wenn sie es thun,schaden sie der Menschheit weniger als die Apostel der Confusion.
Wenn aber beide Extreme wirklich, selbst in ihrer Einseitigkeit,berechtigt sind, so muss sich auch ein erträgliches, wenn nicht gemiith-liches Zusammenleben in der Gesellschaft durchführen lassen, sobalderst die letzten Spuren des Fanatismus aus unsrer Gesetzgebung ver-tilgt sind. Ob es freilich dazu kommen wird, ist eine andre Frage.Es ist, wie mit der socialen Umwälzung, vor der wir stehen, soauch mit der religiösen. Die friedliche Durchlebung der Ueber-gangsepoche ist wünschenswerther, allein eine stürmische wahr-scheinlicher.
So steht der materialistische Streit unsrer Tage vor uns als einernstes Zeichen der Zeit. Heute wieder, wie in der Periode vor Kantund vor der französischen Revolution liegt eine allgemeine Erschlaf-fung des philosophischen Strebens, ein Zurücktreten der Ideen derAusbreitung des Materialismus zu Grunde. In solchen Zeiten wirddas vergängliche Material, in dem unsre Vorfahren das Erhabeneund Göttliche ausprägten, wie sie es eben zu erfassen vermochten,von den Flammen der Kritik verzehrt, gleich dem organischen Kör-per, der, wenn der Lebensfunke erlischt, dem allgemeineren Waltenchemischer Kräfte verfällt und in seiner bisherigen Form zerstörtwird. Allein wie im Kreislauf der Natur aus dem Zerfallen niedererStoffe sich neues Leben hervorringt und Höheres in die Erscheinungtritt, wo das Alte vergeht: so dürfen wir erwarten, dass ein neuer