7
hinaus, wenn, wie einer der Teilnehmer und zugleich Leiter der eigent-lichen Inlandexpedition, E. J. de Rochemont, öffentlich erklärte, dass dervon ihm eingelieferte Bericht bis zur Unkenntlichkeit entstellt wordensei'). Die vonseiten der geographischen Gesellschaft verbreiteten Nach-richten haben eine Ergänzung durch briefliche Mitteilungen vereinzelterAugenzeugen sowie durch Zeitungsnachrichten erfahren, aber es ist klar,dass sie zur Gewinnung eines objektiven Urteils nicht ausreichen. EineQuelle fehlt noch und das sind die Berichte von Personen, die kraft ihreramtlichen Stellung während kürzerer oder längerer Zeit mit der Expeditionin nähere Berührung kamen. So lange aber die Archive nicht geöffnetsind, was voraussichtlich noch recht lange währen wird, kann der Ge-schichtsschreiber nicht zu einem abschliessenden Urteil gelangen, ohneGefahr zu laufen nach der einen oder anderen Seite hin ungerecht zuwerden.
Ferner darf nicht unterlassen werden darauf hinzuweisen, dass von einerReihe der nach 1902 unternommenen Expeditionen noch nicht einmaldie Berichte erschienen sind und das von ihnen mitgebrachte Materialnoch keine oder nur eine unvollständige Bearbeitung erfahren hat. Einezusammenfassende Darstellung würde daher nur ein dürftiges Bild vonihrer Tätigkeit geben. Wenngleich es also nicht einmal wünschenswerterscheint, heute schon eine Fortsetzung meiner Arbeit in Angriff zunehmen, so hoffe ich doch, dass man nicht abermals ein Jahrhundertverstreichen lässt, ehe man die Fahrten nach Neu-Guinea aufs neue zumGegenstand einer Untersuchung macht. Denn die Versäumnis von Gene-rationen kann nicht von einer einzigen Generation, geschweige von einemeinzelnen Manne wettgemacht werden. Dem unverkennbaren Vorteilegegenüber, dass inzwischen Archivakten in reichlichem Masse zugänglichgeworden sind, steht der grosse Nachteil gegenüber, dass die weitaus grössteMenge der geographischen Zeitschriften — im schroffen Gegensatz zu denwissenschaftlichen — nur noch, samt den Namen ihrer Schriftleiter, einrühmloses Dasein auf den Bücherfriedhofen fristet. Ebensowenig wie dieMehrzahl der heutigen Geographen die vor hundert Jahren bestehendenZeitschriften auch nur dem Titel nach kennt, werden die im folgendenJahrhundert lebenden dies hinsichtlich der heutigentags umherlaufendenwissen. Wer sich übrigens zu entdeckungsgeschichtlichen Studien hin-gezogen fühlt, der hat es doch wahrlich nicht nötig nach dem fernenNeu-Guinea zu schweifen, da die weit näher liegenden Inseln des Indi-schen Archipels Material in Hülle und Fülle bieten. Ich erinnere nur anSumatra , dessen Entdeckungsgeschichte schon wegen der uralten Bezieh-