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Herr J. J. Staal und "Nova Guinea" / von Arth. Wichmann
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gar nicht abgibt. Wie man bei der Betrachtung des Originals sofort be-merkt, sind die Gebirge auf einer besonderen (braunen) Platte zur Dar-stellung gelangt, sie mussten daher auf dem Schwarzblatt fehlen. DerVorwurf des absichtlichen Weglassens des Schneegebirges aus dem Mundedes Schriftleiters einer geographischen Zeitschrift, von dem man wenig-stens elementare kartographische Kenntnisse erwarten sollte, ist also dop-pelt frivol. Aber hiervon ganz abgesehen, möchte ich einmal fragen, wasman denn eigentlich bis zum Ausgange des Jahres 1902 vom Schnee-gebirge wusste? Im wesentlichen doch wohl nichts Anderes, als dass ver-einzelte Gipfel bei besonders günstiger Witterung von Bord einiger Schiffeaus beobachtet worden waren. Niemand hatte sich bis dahin auch nur100 m von der Südwestküste, von den wenigen Punkten aus, an denengelandet worden war, entfernt. Die Darstellung des Gebirges beruhte somitauf ganz unsicheren Grundlagen. Was die Karte aber durch das Fehlen derGebirge, der Farben für die politischen Grenzen sowie für die Meereeinbüsste, hat sie auf der anderen Seite an Übersichtlichkeit gewonnen.

Herr Staal gibt im Anschluss an diese Karte nun einem GedankenAusdruck, den man versucht wäre für äusserst gescheit zu halten, wenner nicht so herzlich dumm wäre. Er meint nämlich, dass ich besser getanhätte selbst eine Karte von Neu-Guinea zu entwerfen, die dem wirklichenStandpunkt unseres Wissens im Jahre 1902 entspräche. Ganz abgesehendavon, dass eine derartige Karte sehr viel weniger hätte bieten könnenals die des Stieler? sehen Handatlas, da eine Ausführung in Kupferstichder hohen Kosten wegen ausgeschlossen war, begreift Herr Staal garnicht, dass es viel weniger auf das, was man hätte wissen können wasman ausführlich in meinem Buche nachlesen kann sondern vielmehrauf das, was man zu wissen glaubte, ankam. Die von mir reproduzirtenKarten sollten als historische Dokumente angesehen werden. Mit dem-selben Rechte hätte Herr Staal auch verlangen können die ehrwürdigeKarte von Mercator durch eine selbst gefertigte, dem wirklichen Stand-punkt des Wissens im Jahre 1569 entsprechende zu ersetzen. An dieserwürde man sehr wenig gehabt haben, an der Hand jener lässt sich ihrEinfluss, den sie in den folgenden Jahrhunderten auf die Gestaltung desKartenbildes und auf diese nicht allein ausgeübt hat, verfolgen.Der Einfluss derartiger Karten äussert sich überall in der Literatur undwir würden über die Herkunft mancher weit verbreiteter unrichtiger oderverstümmelter Namen genauer unterrichtet sein, wenn in früherer Zeitmassgebende Karten leicht zugänglich geblieben wären. Von der KarteMercators waren im ig. Jahrhundert nur noch 3 Exemplare vorhanden.Wie viele wird man von der erwähnten Ausgabe von Stieler noch nach100 Jahren zählen?