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Programm des Gymnasiums und der Realschule in Zittau : womit zu den am 14., 16., und 17. März d.J. im Zeichensaale der Anstalten abzuhaltenden Prüfungen ergebenst einladet Heinrich Julius Kämmel ; 1. Johannes Hevelius. Ein Beitrag zur Geschichte der Astronomie des 17. Jahrhunderts vom Gymnasiallehrer G.A. Seidemann. 2. Jahresbericht des Directors
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seine Freunde bestürmt hatten.*) Endlich hielt er es für seine Schuldigkeit, ihnen wenigstens in einerBeziehung zu willfahren. Beschleunigt mochte die Sache wohl auch durch jenen Streit mit ketit undgeworden sein, in dem Worte, wie:?eutetrs yue U. Hevelius s'en apereevrs, en kais-rutplus oxs-otoiueut 808 ealculs^ fielen, die Güte seiner Instrumente angezweifelt und seine Geschick-lichkeit im Observiren verdächtigt wurde. Um seinen Freunden ebenso wie seinen Gegnern zu zeigen, mitwelcherlei Instrumenten und nach welcher Methode er arbeite, veröffentlichte er:

Nsolliu» Loelestis purs prior, OrAuuoArnplliam sive iustruwentorumvmuiuin aoourntnm äoliueutionem et ckesoriptioueiu exllitisus. Ooäuui 1673.Die kruckutio nck levtorem enthält sehr wichtige Beiträge zu des Verfassers Biographie; die Organographieillustrirt neben einer sehr eingehenden Beschreibung durch treffliche Kupfer von I. Saal den kostbarenastronomischen Apparat und in drei Ansichten die Uranienburg, die Sternwarte des Verfassers. Auch diesesWerk ward Ludwig XIV. gewidmet.

Bevor der zweite Theil folgte, edirte er noch: Dpistola uiuiouiu cko ooiuetu uuuo1677. Oeäuuo oloservuto. Ist nur ein kurzer vorläufiger Bericht über die angestellten Observationen.sDie Ephemeride steht auch in II. Thl. der Äluoftiim B. 2, S. 79294.j **)

Endlich im Jahre 1679 trat Hevelius mit der Gesammtheit aller seiner von 1630 bis 1679gemachten Beobachtungen vor das Forum der Oeffentlichkeit. Das Werk führt den Titel:

Hluoliinue Ooelestis purs posterior, Reruru uruniourum obsorvationes, tg-iueolipsiuiu luminuriuiu, yurtm oooultutioiium pluueturum et kixarum eto. exliibous.Oeäuni. In ueckibus auotoris, ejusgus T^pis ot Kuinptibus iinpriinebut 8iinonReiniger. 1679.

Dieses seltene Werk besteht aus 3 Abtheilungen. Die erste (lüber seounllus) enthält alle vom10. Juni 1630 bis zum 8. Januar 1679 von dem Verfasser an Sonne, Mond, Planeten, Nebenplanetenund Fixsternen angestellten Beobachtungen, 840 Seiten. Die zweite Abth. (über tortius) enthält speciellSonnenhöhen im Meridian, Mondhöhen und Monddistanzen von Fixsternen und Planeten und Höhenund Distanzen der Planeten, aus den Jahren 16521678, 250 Seiten. Die dritte Abtheilung (lüber^uurtus) enthält Fixsternabstände unter sich, des Verfassers eigene Resultate neben denen des Landgrafenvon Hessen , Gassendi , Metius und Riccioli. 178 Seiten. Abgedruckt ist dem Werke die kruetutioleotorem und 2^2 Bogen Lobgedichte; angehängt außer dem Index das Verzeichniß der bereits im Druckerschienenen Werke und das der noch zum Druck bestimmten. Hierher gehören:

kroäromus Vstronomiao, Briefe, astronomischen Inhalts, von berühmten Gelehrten an Hevelius,Opuseuia <zu»eäuiu astronomiva, IlranoAruplua, rlnnus observutionum ijuinguL^ssiiuus, Xovi Olobivoelestes rekorms-ti, ^.stronomia und eine 2. Sammlung von wissenschaftlichen Briefen an den Verfasser

*) L 0 schrieb z. B- I). 6n«slni tKKS an ihn: kchaxnum snno (losiäerium maoüinno 1?une Loelostis, obseivatiu-numguo DuaruN! omuium, guaiuw spem taeis, in nobis oxoitnstl, guoil ut guam primum iieri potost, oxpleas, etiam»tgue etiaiu rvj;o. Xoe eniin äubitawus, guin illne pro summn enrum sublilitste et iiäe lixpotbeses motuum plniistnrumaecuratius constituonüns sint gnnm sptissimne. In gleicher Weise schreibt Louillnuil IK7V: klnellinnm Dunm Ooeloskemtnm nviüe oxpoto, ut »<i lchsalvenclnni taut! Moment! Opus Db Iiortlui nunguam äesinere guenm etc.

**) So unbedeutend die Schrift an und für sich ist, so hat sie doch eine gewisse Berühmtheit dadurch erlangt, daßsie für die seltenste von allen Hevelianischen Schriften gilt.

Nach der Allgem. Encyclop. der Wisiensch. und Künste 2. Sect. Xl. Artikel.Höwelcke' sollen davon nur »Exemplarevorhanden sein, eins in Paris , eins in Breölau und das dritte in Danzig . Dies ist jedoch ein Irrthum, denn nicht nur befindetsich ein viertes Exemplar auf der königl. öffentlichen Bibliothek zu Dresden , sonder» auch die gegenwärtig unter der umsichtigenLeitung dcS überaus gefälligen Bibliothekars I)r. Tobias stehende Stadtbibliothek zu Zittau ist im Besitze dieser Seltenheit,wie dieselbe überhaupt mit Ausnahme des H. Th. der Anobinn 6ool. sämmtliche Oporn Itovclü in den DedicationSexemplarenbis auf die Selenoßi-npliio besitzt, welche allein in der geringeren Ausgabe vorhanden ist.

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