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von Exemplaren seiner theils gebundenen, theils ungebundenen Werke und den aus dem Brande gerettetenKupferplatten bestehend, durch Erbgang an die drei Töchter. Jede derselben erhielt ein vollständigesExemplar der Werke ihres Vaters. Die älteste, Madame Lange, bekam die von Hevelius eigner Handprachtvoll colorirten Exemplare vvm I. und II. Dk. der Llnoliina und der 8oIenoArupKis.*)
Bei der Belagerung Danzigs 1734 schlug eine Bombe in die Kammer ein, in der noch eineMenge roher Exemplare von dem Droäromus lagen, wobei die meisten anbrannten oder sonst verdorbenwurden**) Die Manuskripte, darunter welche von Keppler, die Hevelius von dem Sohne gekauft hatte,und die Brieffammlung, zusammen 17 Foliobände, kaufte größtentheils Oe l'Isls cle l-r Oo^vi-e, als er1726 auf seiner Reise nach Petersburg einige Zeit in Danzig verweilte, für den Spottpreis von 100Ducaten. ***)
Als LornouIIi 1777 sich kurze Zeit in Danzig aufhielt, war nichts mehr von Manuskriptenausfindig zu machen.-)) .
Die Kupferplatten wurden von den Enkeln größtentheils zu Gelde gemacht. Eine Partie kaman einen Leipziger Kupferschmied, ein anderer Theil ward ebenfalls als altes Kupfer verkauft, und der eineEnkelschwiegersohn, noch dazu „komme clo lettres", hatte den sinnreichen Einfall, die Platte der großenMondkarte in ein Kaffeebret umformen zu lassen.
So ging, was Hevelius x. 77 der kraekat. aä Navk. I in Bezug auf seine Instrumente sagt,bedauerlich genug, nach einer andern Seite hin in Erfüllung: Lxxlorutum ubimäo Knbemus, ^uoämors uoimunHuam unius komivis plusvul», muximo Inkoro, molestlis ao sumptikus, multorum»imorum spatio mveuta, oonstruota, ot kMxio oonguisitn, krovissimo temziore rursus uksoi-koat, noponitus porimst, prsessrtim »ooollente ksoreclum inouria, temporis in^uria, ut vix vosti^ium aliyuoll,vel ulla rorum earum omnium momoria posteritati supermaneat.
Welche Anerkennung, so fragen wir nun noch am Schlüsse, haben solcher Eifer für die Wissenschaft,wie er uns in Hevelius entgegentritt, solch erstaunlicher Fleiß, solche seltene Ausdauer und Opferfreudigkeiim Dienste der Urania, haben seine langjährigen Forschungen, niedergelegt in so zahlreichen Schriften beiden Zeitgenossen gefunden? Die Antwort kann nach allem, was wir in diesen Blättern von seinen Lebens-ereignissen und seiner wissenschaftlichen Thätigkeit zu berichten bemüht gewesen sind, wohl kaum eine anderesein als diese: Eine Anerkennung, wie sie nur selten einem Gelehrten zu Th eil zuwerden pflegt.
*) Diese Prachtausgabe von Naebina 6oel. war für Ludwig XIV. als DedicationSexemplar bestimmt, daher war auch
dem I. Theile Ludwigs Bildlich beigegeben-, allein sie gelangte nicht nach Frankreich , sondern blieb in der Familie. In einer
später von den Erben der Madame Lange veranstalteten Amtion ward dieses Exemplar der ölaotiina sowie auch die Sdeno^raptne1768 von Rroen, dem Schwager des oben, S. I», erwähnten l)nni->on (nach Löscht») für 3003, (nach Bernoulli) für 3143Danziger Gulden erstanden. Der Sohn dieses Sr»en überließ beide Werke (nach Westphal für 651 Thlr.) der Rathsbtbliothek,wo sie sich gegenwärtig noch befindet.
**) Zach. Monatl. Corresp. Octbr. isos.
»**) Der König von Polen soll sämmtliche Manuskripte und Briefe von der Wittwe haben kaufen wollen, allein die
Sache zerschlug sich. Zach. M. C. Novbr. 1803.
Madame Lange verkaufte später die Kepplerschen Manuskripte 1707 an einen gewisse» Hantsch für loo Gulden.Dieser gab einen Theil der Briefe heraus, daS Ucbrige verpfändete er 1721 zu Frankfurt für 828 Gulden. Von Frankfurt kamder Rest 1774 nach Petersburg für den Preis von looo Rubel. Was v<- l'lsle an sich gebracht hatte, fall nach seinem Todenach Spanien gewandert sein. Nach Da Dinxle soll sich aber die Sammlung im vexör äo 1a marine zu Paris und nachvelambre auf der dortigen Sternwarte befinden. Eneyclop. der Wissenschaften and Künste, Artikel: Höwelcke.
-f) Astronom. Jahrbuch 1780.
Wenn das wirklich der Fall war, so muß später das Manuskript des Sternkatalogs irgendwo aufgefunden wordensein, den» dieses besitzt gegenwärtig die naturforschende Gesellschaft.