Im Jahre 1815 ersuchte ich das academlsche Collegium der Universität ein kleines acht-eckiges Blockhaus von 8 Ellen Durchmesser ausserhalb der südlichen Mauer der FestungAgershuus bei Christiania erbauen zu lassen, um darin durch astronomische Beobachtungender Hauptstadt Norwegens wenigstens eine ordentliche Zeitbestimmung zu verschaffen, undso weit möglich durch den spärlichen Instrumentenvorrath ihre geographische Lage besserzu bestimmen. In diesem kleinen Gebäude wurde anfangs ein dreifüssiges Passageninstru-ment von Sisson und eine Pendeluhr aufgestellt; von dem physikalischen Kabinette erhieltich ein dreifüssiges Spiegelteleskop von Short, und ein achtzolliger Sextant von Troughtonmit Quecksilberhorizont wurde im Jahre 1819 angekauft. Später erhielt ich von Confe-renzrath Schumacher in Altona ein Universalinstrument von Reichenbach, und eine Pendel-uhr mit Rostpendel von Urban Jürgensen in Kopenhagen . Mit diesen Instrumenten wur-den Stern- und Sonnenhöhen sammt verschiedenen Sternbedeckungen und Sonnenfinsternissenbeobachtet, wodurch die geographische Lage der Hauptstadt vorläufig berichtigt ward.
Nach meiner Rückkunft von einer zweijährigen Reise durch Sibirien bewilligte dasNorwegische Storthing im Jahre 1830, nach dem Vorschläge des vormaligen Finantsmini-sters Grafen Wedel-Jarlsberg, eine Summe von 14000 Species zur Erbauung einer Stern-warte, wozu schon ein Paar Jahre vorher ein passendes Grundstück westlich von der Stadtangekauft war. Die Erbauung des Gebäudes wurde dem Stadtconductor Grosch anvertraut,und Hr. Conferenzrath Schumacher in Altona hatte die Güte, uns bei etlichen Gelegenheitenmit seinem Ratlie beizustehen. Ein Theil des Späthjahrs wurde dazu angewandt, den un-regelmässigen Felsen, worauf das Gebäude liegen sollte, zu planiren. Im folgenden Früh-
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