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Beschreibung und Lage der Universitäts-Sternwarte in Christiania : Universitäts-Programm für das erste Halbjahr 1849 / von Chr. Hansteen und Carl Fearnley auf Veranstaltung des academischen Collegiums herausgegeben von Christopher Hansteen
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Sind D und D' die wahrscheinlichen Fehler in der Lage des Polpunkts in zwei aufeinander folgenden Reihen, in welchen der Kreis eine entgegengesetzte Lage hatte, /I derwahrscheinliche Fehler der daraus abgeleiteten Polhöhe, so ist z/ nach folgender Formelberechnet:

A = \ V DD + DD.

Diese 8 Resultate sind nicht von einander unabhängig, denn jede Reihe, ausgenom-men IY und VIII, ist sowohl mit der vorhergehenden als nachfolgenden verbunden. Wärensie von einander unabhängig, so würde daraus der wahrscheinlichste Werth der Polhöhefür den Punkt des Meridiankreises folgen

59° 54' 43"233 + 0"090.

Da die Theilungsfehler des Kreises wegen Mangel eines mikroscopischen Appara-tes, nicht untersucht werden konnten, so ist die obige Polhöhe noch mit der Einwirkungder Theilungsfehler, der Biegung des Fernrohrs, der Fehler der Sterndeclinationen, undder Strahlenbrechung behaftet. Da aber die Beobachtungen sich von 81° nördlicher bis73° südlicher Zenithdistanz erstrecken, so liegen die Grenzen, zwischen welchen jeder No-nius abgelesen worden, 154 Grade aus einander, wodurch der Einfluss der Theilungsfehlerbedeutend vermindert wird. Ebenso müssen die Fehler der angewandten Declinationen,der Strahlenbrechung und der Biegung des Fernrohrs keinen bedeutenden Einfluss habenkönnen, da sie auf beiden Seiten des Pols und des Zeniths in entgegengesetzter Richtungwirken. Unter der Voraussetzung, dass die Biegung des Fernrohrs mit dem Sinus derZenithdistanz proportionirt sei, habe ich durch die Methode der kleinsten Quadrate eineBiegungsconstante abzuleiten gesucht. Diese wurde aber theils sehr klein, theils aus etli-chen Reihen mit entgegengesetztem Zeichen gefunden. Die obige Polhöhe stimmt übrigenszufälligerweise bis auf die Zehntelsecunde mit der in der interimistischen Sternwarte mitdem Reichenbachschen Universalinstrumente im August 1823 gefundenen überein, wenndiese auf das jetzige Locale übertragen wird.

Da meine Vorlesungen bei der Universität und der militairen Hochschule täglichmeine Abwesenheit von der Sternwarte zu verschiedenen Stunden erforderten, so konnteich bei dieser Untersuchung nicht den erwünschten regelmässigen Plan befolgen. Hr.Observator C. Fearnley hat daher diese Untersuchung von neuem aufgenommen, und mitebenso viel Fleiss als Kritik behandelt; weswegen ich sie hier folgen lasse.