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Beschreibung und Lage der Universitäts-Sternwarte in Christiania : Universitäts-Programm für das erste Halbjahr 1849 / von Chr. Hansteen und Carl Fearnley auf Veranstaltung des academischen Collegiums herausgegeben von Christopher Hansteen
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Was oben Hr. Professor Bansteen in Betreff der Beobachtungsart, der ver-schiedenen Fehlerquellen und namentlich darüber, wie der constante Einfluss der letzterenvermindert ward, indem zur Bestimmung des Polpunctes selbst Sterne von sehr beträcht-lichen Zenithdistanzen mitgenommen wurden, erklärt hat, das Alles gilt auch von den vonmir ausgeführten Beobachtungen.

Meine hier anzuführenden Beobachtungsreihen enthalten 894 einzelne Beobachtungen,von welchen 411 nördlich, 483 südlich vom Zenith fallen; es ist demnach eben kein grossesUebergewicht von südlichen Sternen, lieber dem Pole sind 679, unter dem Pole die übri-gen 215 Culminationen beobachtet.

Obgleich die durch die Schwere erzeugte Biegung des Fernrohrs auf den hier be-handelten Gegenstand nur einen ganz unerheblichen Einfluss äussern kann, da die südlichenund nördlichen Beobachtungen beinahe im Gleichgewichte sind, und obgleich eine Be-stimmung dieses Elementes mittelst astronomischer Beobachtungen der Erfahrung einesBessel zufolge für sehr schwer ich möchte sagen für ganz unzuverlässig gehal-ten werden muss; so wollte ich doch nicht unterlassen eben diesen Weg einzuschlagen,um wenigstens zu sehen, ob die Beobachtungen eine Biegung deutlich erkennen Hessen .Indem ich also jeder Beobachtung + a sin z hinzufügte, wo a die Biegung des Fernrohrsin horizontaler Lage, a die Zenithdistanz des Sterns bezeichnet, habe ich mich auf dieeinfache Vergleichung der südlichen mit den nördlichen Beobachtungen in jeder Reihebeschränkt. Diese Vergleichung hat nun zwar bei manchen Reihen einen unzweideutigenUnterschied zu erkennen gegeben, der nicht ganz durch angenommene Fehler in der Thei-lung oder in den Declinationen, noch weniger aber durch zufällige Beobachtungsfehlererklärt werden konnte, sondern wirklich in mehreren Fällen einem Proportionalitätsgesetze,

*) Königsb. Beob. lOte Abth. Die Einleitung, pag. IIIX, enthältNeue Untersuchungen über die Bie-gung des Mittagskreises, wo Bessel seine Bestimmung diesses Elements mittelst zweier Collimatorenerläutert. Diese gab die Biegung im Horizonte verschwindend, während sie durch eine Mannigfaltigkeitvon astronomischen (directen und reflectirten) Beobachtungen um 1 "11 gross gefunden war. Besselsagt bei dieser Gelegenheit:Es ist übrigens nicht zu verkennen, dass der Unterschied, welcher sichunter den beiden angewandten Methoden zeigt, die Declinationen zweifelhafter macht, als sie frühererschienen. Mein Verzeichniss für 1820 setzt die Biegung, so wie sie nach der ersten (astronomischen)Methode bestimmt wurde, voraus; wollte man dagegen annehmen, dass sie ganz verschwindet, sowie sie nach der andern Methode, in der Summe zweier Zenithdistanzen von 90° erkannt ist, so würdeman auch damit alle directen Beobachtungen vereinigen können und die Fundamentaislerne etwa eineSecunde nördlicher herausbringen; allein diese Annahme würde mit den Reflexionsbeobachtungen ebenso wenig vereinbar sein, als diese mit einer verschwindenden Biegung.

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