Buch 
Beschreibung und Lage der Universitäts-Sternwarte in Christiania : Universitäts-Programm für das erste Halbjahr 1849 / von Chr. Hansteen und Carl Fearnley auf Veranstaltung des academischen Collegiums herausgegeben von Christopher Hansteen
Entstehung
Seite
42
JPEG-Download
 

42

Zweifel in Betreff der unbekannten Fehler der Zapfen benommen hat. Von 120 vollstän-digen Nivellements finde ich nämlich durch Vergleichung der Angabe des Niveaus in derLage Obj. S. (* s ) mit der in der Lage Obj. N. (in)

aus 63 Nivell. Kreis Ost. in i s = 0"219 + 0"0310 Bogen;

- 57 - Kreis West. i - i s = 0,047 + 0,0343 - .

Also zwar ein unverkennbarer Unterschied in der östlichen Lage des Kreises, deraber ganz unwesentlich ist. Will man dennoch seiner Ursache nachspüren, so darf mannur eine kleine Divergenz zwischen den beiden Zapfen annehmen um die beiden Differenzeni n i s zu erklären. Freilich sollte man erwarten, dass diese (in beiden Lagen des Krei-ses) genau gleich seien; der Unterschied erklärt sich aber aus dem Umstande, dass dieZapfenlager von ungleicher Dicke, die Zapfen von ungleicher Länge sind, und somit dieBerührungsschnitte der letzten sowohl mit den Lagern als mit den Haken der Wasserwagebei Umlegung des Kreises verrückt werden. Uebrigens ist die Divergenz der Zapfenunschädlich, wenn sowohl in als is beobachtet wird.

Aus den wahrscheinlichen Fehlern der angeführten Bestimmungen von in is er-giebt sich der wahrscheinliche Fehler eines vollständigen Nivellements = + 0"128 Bogen.

Bis auf diesen zufälligen Fehler glaube ich also, dass die zur Reduction der Be-obachtungen angenommene Neigung der Achse

i = !ü_±A? + 0"982

wahr ist.

Der Collimationswinkel ward, wie schon angedeutet, durch die Umlegungen desInstrumentes sowohl direct (am Meridianzeiehen) als indirect (durch die Beobachtungendes Polarsterns) bestimmt. Am 8ten August traf bei der Umlegung ein kleiner Unfall ein,der eine Verrückung der Collimationslinie zur Folge hatte. Um diese zu bestimmen warddas Instrument gleich nachher noch zweimal gewandt, daher die erste Bestimmung desneuen Collimationsfehlers nur auf die Beobachtung des Meridianzeichens gegründet werdenkonnte. Jede Bestimmung mittelst des Polarsterns oc Ursce minoris beruht auf mehrerenvor und nach der Umwendung beobachteten obern und untern Culminationen, welche

von der Neigung der Achse unabhängig, würde aber mit einer Parallaxe behaftet sein, wenn derMeridian des Fernrohrs nicht in beiden Lagen des Kreises derselbe wäre. Ich habe durch Messunggefunden, dass die Projection des Mittelfadens auf die Umdrehungsachse dieselbe bis auf 0,5 Linie inder Mitte zwischen den Enden der beiden Zapfen trifft, woraus sich die ganz zu vernachlässigendeParallaxe 0"08 Bogen ergiebt.