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Gases nur durch die Zusendung von Wärmestrahlen aufeinander, und sollen sie daher nicht fortfliegend auf einan-der stossen, sondern um mittlere Lagen oscilliren, so kannes nur durch die Kräfte geschehen, welche die mannigfachreflectirten Wärmestrahlen auf die getroffenen Atome aus-üben. Die Kräfte nun, welche solchergestalt jedes einzelneAtom von allen Seiten afficiren, werden im Allgemeinennicht gleich sein, aber es wird in jedem Augenblicke fürdasselbe eine Lage des thermischen Gleichgewichtes geben,in welcher es von allen Seiten her gleich stark bestrahltwird. Aus dem thermischen Anziehungsgesetze lässt sichfolgern, dass jedes Atom, welches sich nicht in jener Lagebefindet, stets einen Zug nach derselben hin erfährt, weildie gestörte Dichtigkeit des Aethers immer an der Seitedes Atomes am kleinsten sein muss, wo es von den Nachbar-atomen am Weitesten entfernt ist. Es ergiebt sich aberauch, dass die Stabilität der vollkommnen Gase durch-schnittlich grosse Atomdistanzen voraussetzt und dass also,sofern bei Verdichtung keine anderen Kräfte auftreten, fürjedes Gas bei bestimmter Dichte eine Temperatur existirt,bei welcher es nicht mehr zu bestehen vermag, sondernzusammenstürzt.
Die Bedingung ferner, uuter welcher ein vollkommnesGas dem Mariotte’schen und Gay - Lussac ’schen Gesetzefolgt, lässt sich nach dieser Theorie ebenso einfach ab-leiten, wie nach der von Clausius. Ist nemlich*) in einemGasvolumen = u das thermische Aequivalent der lebendigenKraftmenge der Schwingungen (die Bewegungswärme) = wund die mittlere Atomdistanz = p, so besitzt ein Atom die
Wärmemenge w. Befinden sich nun in einer Fläche ==u
1 v Atome in ihrer Gleichgewichtslage, beträgt ferner ihreSchwingungsweite a, und sind alle Schwingungsrichtungengleich oft vertreten, so haben diese Atome zusammen eineWärmemenge, welche in mechanischem Maasse ausge-
*) Vergl. den oben angef. Band der Wiener Sitzungsber. S. 369.