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Brief des Herrn Persigny viel von sich reden. Derselbelehnt das ihm angetragene Mandat des Loire-Departements miteiner anerkennenswerthen Offenheit ab. Die Majorität derNationalversammlung, meint er, wolle nichts Anderes, als denenglischen Parlamentarismus einführen. Dieser aber sei dasgerade Gegentheil der Kaiserlichen Institutionen. Getreuden Grundprincipien, wie diese zu Anfang des Jahrhundertsdurch den Kaiser der am Besten die französische Nation begriffen,gelegt worden seien, so hält er den englischen Parlamentarismusals unvereinbar mit dem leicht erregbaren Character der Nation,da er stets die Volksleidenschaft wecke, die Regiernngsgewaltden Advokaten überlasse und die rechtschaffenen Leute zwinge,anstatt von der Herrschaft Gebrauch zu machen, nur diese gegendie geschäftsmäßige Opposition zu vertheidigen. So entständennur fruchtlose, oft gefährliche Kämpfe, welche den Elementen derUnordnung zusagten. Er findet, daß die Regierungsform derVereinigten Staaten der nöthigen Freiheiten und Voraus-setzungen in Frankreich entbehre, und diejenige Englands sichnur logisch in einem Lande begreife dessen Aristokratie von derfranzösischen sehr verschieden sei, und daß, obgleich letztere Formnach Frankreich übertragen, jedes Gouvernement, das sie ange-nommen, gestürzt habe, die Macht der Gewohnheit und derVorurtheile dennoch so stark herrsche daß alle üblen Erfahrungendem nicht begegneten. Da nun Frankreich vor allem Ruhenöthig sei, so erachtet Herr Persigny es für besser und ziem-licher, um die gegenwärtige Regierung weiterer Ungelegenheitenzu überheben, daß er das betreffende Mandat dankend ablehne.Dem gegenüber veröffentlicht Herr G am bett a ein Schreibenan seine Pariser Freunde, in dem er sich nicht ganz auszu-sprechen wagt. Man ist entrüstet, wie derselbe immer nochfortfährt, die Oeffentlichkeit herauszufordern. Sollte er, wasfreilich stark zu bezweifeln, gewählt werden, so wird seine Personhiefür von.geringem Einfluß sein, da er sich nur noch auf eine
Schneider, Pariser Briefe. IV. 45