Art. 5. Es wird ei» Generalpardon für alle Unteroffiziere undSoldaten der Land- und Seetruppen ertheilt.
Dazu kamen dann freilich noch die Bedingungen, welche Ministervon Bruck am 22. Juni den schon bemeldeten Abgeordneten Venedigsin Verona gemacht hatte, nämlich: 1) Die rnonota llol Lommuno,so wie alle von forcirten Anleihen herrührenden Titel, werden nur zu2/g, die moneta pairiotio-i nur zur Hälfte anerkannt. 2) Alle frü-hern Angestellten sollen wieder auf ihre Posten zurückkehren. 3) Allefremden, und alle nicht im Generalpardvn Radetzki's inbegriffenen öster-reichischen Militärs, auch 40 Bürger, haben sowohl die Stadt alsalle kaiserlichen Staaten zu verlasse».
Den 17. August ordnete Manin wegen Unterhandlung der Ueber-gabe, eine aus den Bürgern Priuli, Medin, Calucci, Antvnini undCavedalis bestehende Kommission nach Mestre ab. Man hoffte Ver-geblich aus Einstellung des Feuers, welches seit einigen Tagen auchauf Murano, wohin viele Venetianer sich geflüchtet hatten, gerichtetwurde. Schon am Abend kehrte die Kommission nach Venedig zurück.
Die Unterhandlungen mußten, da Gorzkowski erweiterter Vollmach-ten von Radetzki bedurfte, für einige Tage, bis zu deren Eintreffen,suspenbirt werden. Am 21. Morgens 6 Uhr endlich wurde die Be-schießung eingestellt, ein Parlamentär brachte ein Schreiben an Ma-nin , in Folge dessen die Kommission sich neuerdings nach Mestre verfügte.
Dem Einflüsse und Anstrengungen Manin's war es gelungen,durch Vermittlung des Gemeinderathes ein letztes Anleihen von 6 Mil-lionen Liren von patriotischen Bürger» zu erhalten, wodurch der Be-trag der emirtirten „mouota clol Uommuno" auf 24 Millionen ge-steigert wurde. Die Regierung bestimmte diese Summe zur Unter-stützung der durch Wunden arbeitsunfähig gewordenen Militärs, zurVerabreichung einer Entschädigung an die zu verabschiedenden Truppenund einiger Bürger, die zur Auswanderung genöthigt werden. DieFrage der Ausbezahlung der Truppen verursachte noch unter denselbeneine höchst gefährliche Aufregung, die zur Meuterei ausartete, die aberdurch die Entschlossenheit und den Muth Manin's, der ausrief: „Wolltihr mein Lebe», so nehmt es!" namentlich auch durch die Treue derSchweizer gestillt und eine zu befürchtende allgemeine Plünderung Ver-hindert wurde.
Am Abend des 24. erschien das letzte Dekret Manin's, durch wel-ches er seine Regierungsgewalt in die Hände des Gemeinderathes nie-derlegte. Dieser Letztere publizirte dann gleichzeitig die abgeschlosseneKapitulation und die Name» der 40 Verbannten. Unter riefen befandsich auch der Kommandant Canetti, welcher die angeworbenen Schwel-