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Plastische, das Greifbare der dramatischen Aufführung, das sonstden Stoff mit einem Schlage belebt, hängt sich wie ein Schwer-gewicht an die Schwingen des Traumes und scheint der fessellose»Phantasie einen stumpfen Widerstand entgegenzusetzen. Es wmeine der merkwürdigsten künstlerischen Thaten, den Traum ohneVerletzung seines Charakters dramatisch auszudenken, alle Bunt-heit der sichtbaren Erscheinung für dieses Phantasiestück auszu-nützen und auf der andern Seite die Schwere und den Druck desBühnenapparates in diesem kühnen Fluge zu überwinden. Dieflüchtige Anregung zu der Behandlung des merkwürdigen Stoffeshat Grillparzer — wie er in seiner Selbstbiographie mitteilt -aus einer Novelle des Voltaire erhalten. In seiner bekannte»Verdrießlichkeit gegen die „vom Blute der Autoren vollgesogene»Litteratoren" freute sich der Dichter darüber, daß keiner der zeit-genössischen Kritiker diese Quelle witterte, bis es ihm selbst gefiel,dieselbe aufzudecken. Indes geht Grillparzers Ehrlichkeit, welcheauf diese Anregung Gewicht legt, thatsächlich viel zu weit. DieVoltairesche Novelle „lo blaue et Is uoir" ist im besten Falleeiner der mannigfachen Zuflüsse, die sich in den breiten Stromder Dichtung ergießen. Fünde man nicht die Namen Rustwund Mirza vor, so möchte die Verwandtschaft des Stoffes schwer-lich jemandem in die Augen springen. Das Märchen des Vol-taire ist stark im Geschmacke der Kinderfabel gehalten. DerNustan des Franzosen hat seinen guten und seinen bösen Geist— den lichten Topaze und den schwarzen Ebene — die ihn aufseinen, von den Pfaden des Grillparzerschen Rustans weit ent-legenen Wegen nicht nur begleiten, sondern wie ein willenlosesWerkzeug leiten. Rustan erlebt da im Traume einiges, aber erthut so viel wie gar nichts. Der gute und der böse Geist be-kämpfen einander und tragen abwechselnd den Sieg davon. Doder Gehetzte endlich schweißtriefend erwacht, erhält er die weifeLehre, daß die Ereignisse eines Jahres sich in einer einzige»Stunde, die er schlafend verbracht, zugetragen haben. „DemBrahma," sagt ihm Tvpaze, „ist es eben so leicht, alles in bc»