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Was aber in diesem Falle als allegorisches Spiel versucht wird,erscheint im „goldenen Vließ" mit dem ganzen Ernste der charak-teristischen Absicht vom Anfang bis zum Ende durchgeführt.Während die Griechenrede im geglätteten Flusse des fünf- undsechsfüßigen Jambus dahinströmt, braust die knappe Sprache derKolcher in vereinzelten daktylischen Sprüngen wie ein Bergquellaus der Fclsenspalte hervor. Insbesondere des Metes Rede ge-winnt dadurch ein charakteristisches Gepräge von unvergleichlicherWirkung. Sie ist gleichsam ein unheimliches geistiges Stotterndes Barbaren, eine Sprache des sich entladenden Grolls, desracenhaft hervorstürmenden Ingrimms. Medea, die in den „Argo-nauten" an dieser poetischen Barbarensprache ihren Anteil hat,erscheint in der Schlußtragvdie auf die strenger gebundene Rededer Griechen gestimmt, bis der unheimliche Groll der Kolcherinhervorbricht und mit der wilden Wut der Nasse die altgewohntenwilden Rhythmen einherstürmen.
Die große Bedeutung der Trilogie verkennend hat man inDeutschland lange Zeit hindurch nur das Schlußstück „Medea", indem Heroinen paradieren konnten, mit großem Erfolg zurAufführunggebracht. Grillparzer freute sich dieser Erfolge nicht, vielmehr warer mit Recht unwillig über die Verkennüng des Ganzen und überdie Zerstückelung. Im unmittelbaren Anschluß an die beiden erstenTeile der Trilogie erhält die „Medea" ein ungleich stärkeresLicht und schärferes Gepräge, ja wird sie in ihren Tiefen alleinverständlich für das Publikum. Alle Rückblicke und Berufungenauf Vergangenes erhalten ein Leben von farbiger Bestimmtheit.Die Motive des Ungeheuerlichen sind uns in Bezug auf Charakter-bildung und Handlung gegenwärtig. Jason, der uns als schlecht-weg mattherzig sonst nicht interessiert, wird uns nun verständlichin der Erschöpfung seines Wesens und in dem Drucke, mit demihn die schauervolle Erinnerung belastet. Medea rückt uns umsoviel menschlich näher, als wir uns mit ihrer Vergangenheit,mit den maßlosen Opfern, die sie der nunmehr betrogenen Liebedargebracht, vertrauter fühlen. Das goldene Vließ regt in uns