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positive Erinnerungen an, und die Anspielungen auf die Vergangen-heit, auf den Tod des Nietes und des Absyrtus, weisen uns nichtin das Dunkel der schwanken Sage, sondern in eine bestimmteFolge von Begebenheiten zurück, in denen ein echt tragischesGemisch von Schuld und Unschuld vorwaltet.
Die dritte der in die hellenische Welt versetzenden TragödienGrillparzers, „des Meeres und der Liebe Wellen" (Heround Leander) (1840) ist nicht ganz so mächtig wie die Trilogie„das goldene Vließ", aber sie zeigt die originelle Auffassung desDichters von der Antike in der zartesten und liebenswürdigstenWeise.
Sein eigenstes Wesen, sein Blick für das Große im Kleinen,der ihn zu einem sensitiven Menschen und zu einem unvergleich-lich zartsinnigen Dichter gemacht hat, tritt kaum in einer zweitenDichtung so seelisch angehaucht hervor, wie in dieser Liebestragödie.Seine durchweg mehr sinnige als pathetische Weise, seine Freudean den kleinen Zügen, in denen sich das Werden und Wachsenoffenbart, hat in diesem Stoffe das dankbarste Gebiet gefunden.Man darf ohne Übertreibung behaupten, daß die GrillparzerscheHero, als Charakter gefaßt, in den Mädchengestalten der Liebes-tragödien nicht ihresgleichen hat. Weder die Shakespeares^Julia, die oft mit ihr verglichen wird, noch das Mädchenideal,das im Gleichen verewigt wurde, ist ihr im Kerne des Wesensverwandt. Die heißblütige Italienerin läßt sich — im Bewußtseinaller Gefahren und Wonnen ihrer Liebe — zum äußerstender Leidenschaft vorwärts treiben; dem deutschen Mädchen, das,von schwüler Angst bedrängt, sich der Liebe hingiebt, ist daschristlich-germanische Gefühl der Cündigkeit eingepflanzt. Beidestrifft bei Hero nicht zu. Hero bleibt selbst im Zustande der hin-gebungsvollen Liebe naiv, in sich befriedigt. Weit entfernt voneiner Ahnung absoluter Sündigkeit der Liebe, vertritt sie unbe-wußt das Natnrrecht der weiblichen Neigung. Sie ist ein Kindidyllisch-antiker Weltanschauung, wie diese uns nur noch vielleichtaus Goethes „Alexis und Tora" anspricht. Mit derselben