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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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bunden mit der Kenntniß ihrer Eigenschaften und Eigen-thümlichkeiten, danken wir die wichtige Wahrnehmung,daß der Mensch vorzüglich von der Schöpfung berück-sichtiget wurde, und er auf der höchsten Stufe organischerAusbildung, in vieler Beziehung als der Mittelpunktdes Systems der ihn umgebenden Erscheinungen betrachtetwerden kann. -

Wenn also das dem Menschen Nützliche auf der Erdevorherrscht; so kann es daher um so weniger befremden,wenn selbst Schönheit der Nützlichkeit gewissermaßen unter-geordnet zu seyn'scheint, und diejenigen Gattungen desThier- und Pflanzen-Reiches, die sich vor vielen anderndurch Eleganz der Formen, die Pracht der Farbe, gewür-zigte Düfte oder Wohlgeschmack auszeichnen, das engereGebiet der Tropen-, nicht überschreiten, da die sparsameDarreichung des erhöheten Sinnen-Reizes unläugbar vielzur größer« Ausbildung seiner Kunstfertigkeit, zur Aus-dauer des Strebcns nach idealischern Genüssen, beyträgt.

Eine kleinliche Ansicht der Natur, eine egoistische Vor-liebe für unser Geschlecht würde es allerdings verrathen,wollte man den Grundsatz der Nützlichkeit als erstes,allgemeines Princip der Schöpfung unterlegen; die Nütz-lichkeit, als ein Strahl der Gottheit und ihres Wollens,steht aber in keinem Widersprüche mit diesem Wollen selbst,so wie Wahrheit, Schönheit und Weisheit sich imnämlichen Culminationspunkte begegnend, als getrennteStrahlen versästedenen Glanzes des einen ewigen Lichteszu betrachten sind, oder wie im tiefern Kreise der Wahr-nehmung, die Begriffe von Elektricität, des Galvanismusund der magnetischen Kraft vielleicht nur die verwandten,sich für die menschliche Fassung isolirt äußernden Wir-kungen des nämlichen Fluidums bezeichnen.