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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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Die Nützlichkeit und Nothwendigkeit der Waldungenwird also durch ihre große Verbreitung über den ganzenErdball bewiesen; mit ehrfurchtsvoller Bewunderung er-kennend, wie die Eigenthümlichkeit der Geschlechter undder äußern Formen dieser großen Vegetabilien durchStand und Lage bedingt werden.

Wir sehen, daß der Erdgürtel vom 55ten bis zum70ten Grade vorzüglich der Klasse der harzigten Bäume,einiger Birken, Eltern und Weiden, angewiesen ist, ob-gleich diese Baumgattungcn sich noch zur heißen Zonehinüber wagen, wenn ein erhöheter Stand ihnen ähnlicheklimatische Verhältnisse darbietet; daß im 42tcn bis zum55ten Grade vorzüglich unsereBuchcn und Eichen, Ahorne,Eschen, Ulmen und Linden, zu Hause sind.

Schon gegen den 47ten Grad bemerkt man, daß dieWaldungen mehr aus Bäumen bestehen, die genießbareFrüchte tragen, wie z. B. im südlichen Frankreich, iwSpanien und Italien statt unserer Buche die AbringendeOlive sich einstellt; neben unsern Eichen erblicken wir dieimmergrüne, die Kork - und Kermes-Eiche, es bildensich ganze Waldungen von Kastanien-, Wallnuß-, Maul-becr - und Feigenbäumen; die Mannichfaltigkeit derBaumgattungen vermehrt sich immer mehr, es entfaltensich schönere Blüthen, größere Früchte, bis endlich imhohen Süden, wo der merkwürdige Uebergang derDiacotyledoncn zu den Monocotyledoncn geschieht, fastnur genießbare, balsamische Früchte tragende, gewürz-bringende Bäume und Färbehölzer erscheinen.