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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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bezweifelnden Nothwendigkeit der Waldungen und ihrerinnigen Verbindung mit dem Wesen der Schöpfung, impoetischem Schwünge seiner Ideen selbst mit etwas zuhellen Farben ausgemalt hat! Nicht ohne Interesseist es, wie zu gleicher Zeit in Deutschland und in Frank-reich zwey gleich sehr achtbare Schriftsteller auftreten,um der Degradation der Waldungen entgegen zu arbeiten;wie der Erstere durch die Gründlichkeit vielseitiger, forst-männischer Kenntnisse für seine Ansichten gewinnt, derAndere, gestützt aus die allgemeinen Grundsätze der vege-tabilischen Physik, sein System durch die Gabe einerblükenden Darstellung dichterisch auszuschmücken weiß;beide aber aus entgegengesetztem Wege das Ziel ihresUnternehmens verfolgen. ^

Herr Forstmeister Pfeil findet die deutschen Wal-dungen zu groß, und nur in der Urbarmachung einesTheils ihrer Fläche, Rettung für den bleibenden Forst;Herr Rauch hingegen predigt Anpflanzung, nicl-:s alsWald - Anpflanzung, und würde uns in ein goldnesZeit-Alter versetzt glauben, wenn die ganze Oberflächeder Erde nur mit Wald, Wiese und Wasser bedeckt wäre!

Freylich läßt sich nicht leugnen, daß die Verhältnisse,unter deren Bcschanung erwähnte Schriftsteller geschriebenhaben, nicht für Frankreich und Deutschland die näm-lichen sind.

Nach Hrn. Rauch enthält Frankreich circa vierzehnMillionen preußische Morgen Waldungen, also nur zweyMillionen mehr, als Preußen, das nach Hrn. Pfeil *)achtzehn Millionen Wald hat, allein an Kiefcrnbcständcn

*) Ueber die Ursachen des schlechten Zustandes der Forste,?->§. 57 .