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Die Grenze zwischen der Feld- und Waldkultur, in besonderer Beziehung auf die Länder des linken Rhein-Ufers, binnen dem Rheine, der Saar, Mosel und Aar : geschrieben für Freunde der Natur und des Waldes / von Ludwig Lintz
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Die vierzehn Millionen Morgen Wald in dem schlech-ten Zustande, worin sie sich befinden, liefern jährlichhöchstens Klafter per Morgen, also Z V 2 MillionenKlafter, wozu noch achtzig Millionen Centner Stein-kohlen kommen, die nach Lefevrc d'Hillancourts *)jährlich in einigen dreyßig seiner Departemente gefördertwerden und zu 5, 000,000 Klafter Holz angeschlagenwerden können, >1595 Pfund oder 1/2 Fuder Steinkohleneiner Klafter vermischten Holzes zu Z192 'Pfund anBrennkraft gleich gesetzt. Wenn zwar auch zu beachten ist,daß Frankreich sich eines mildern Clima's erfreut, so läßtsich jedoch gegen die Ueberzeugung des Hrn. Rauchs,daß die Produktion der Waldungen Frankreichs nichthinreicht, um den sechsten Theil seines Holzverbraucheszu befriedigen, wenig einwenden; man wird mit ihmausrufen : «Frankreich leide, gehe zu Grunde oderpflanze Holz,» und hinzusetzen: behandle seine Wal-dungen besser.

Im Königreich Preußen mögen also in einigen seinerProvinzen noch bedeutende Waldstrecken urbar gemachtwerden können, welche Rodungen jedoch eine großeUmsicht erbeischen, da man weiß, daß sie in Gegenden,deren Bevölkerung groß ist, wo der Ackerbau noch zurückist, wo große Flachen arme Erndtcn geben, und derBoden seine Bewohner nicht zu nähren verspricht, diegehegte Erwartungen nicht befriedigen.

In Frankreich aber, wo die Wald-Zerstörung selbstdie bewaldeten Gipfel vieler hoben Berge nicht verschontbat, kann allerdings jetzt nur die Wald-Anpflanzung,

*) lonie 12. so jovust ses miner.